Solarbranche
06.03.2014

Solarworld mit gemischtem Ergebnis

Solarworld AG
Standort Freiberg (Sachsen)

Im vergangenen Jahr schmolz der Umsatz des Bonner Modulherstellers um 150 Millionen Euro ein. Das Konzernergebnis ist dagegen nicht mehr so negativ wie im Vorjahr. Solarworld sieht positiv in die Zukunft, die Anlegervereinigung DSW listet das Unternehmen dieses Jahr jedoch auf Platz eins seiner Watchlist der schlechtesten Gesellschaften.

Der Umsatz des Bonner Photovoltaik-Konzerns Solarworld sank im vergangenen Jahr auf 456 Millionen Euro, gegenüber 606 Millionen Euro im Jahr 2012. Das Geschäft mit Solarmodulen in Deutschland sei rückläufig, in Europa, den USA, Japan und Südafrika habe der Absatz dagegen gesteigert werden können. Als Grund für den Umsatzrückgang von 150 Millionen Euro nennt das Unternehmen die Zurückhaltung der Kunden gerade in der Zeit der erst kürzlich abgeschlossenen finanziellen Restrukturierung sowie ein weiterhin niedriges Preisniveau.

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Etwas weniger düster als im Vorjahr fiel mit minus 147 Millionen Euro das konzernweite Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) aus. 2012 lag dieses noch bei minus 203 Millionen Euro. Das Konzernergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) liegt mit minus 192 Millionen Euro zwar ebenfalls im negativen Bereich, allerdings nicht mehr ganz so deutlich wie 2012 mit minus 620 Millionen Euro. Solarworld führt diese Verbesserung vor allem auf seine Kostensenkungen zurück.

Der Modulhersteller hegt gute Aussichten: Dieses Jahr sollen mindestens 40 Prozent mehr Bausätze und Module abgesetzt werden, den Konzernumsatz will Solarworld auf mehr als 680 Millionen Euro steigern und auch das Ebitda soll positiv werden – über zehn Millionen Euro sind anvisiert. Ein Jahr später soll dann auch das Ebit positiv sein. Im Jahr 2016 will Solarworld sein Umsatzvolumen sogar auf über eine Milliarde Euro steigern.

Ganz abwegig scheinen die Hoffnungen in der Solarworld-Spitze nicht. Erst diese Woche hatte das US-Marktforschungsunternehmen NPD Solarbuzz für die Solarindustrie ein Ende der Konsolidierungsphase noch in diesem Jahr prognostiziert. In den vergangenen Jahren sind während der weltweiten Solarkrise viele Solarunternehmen vom Markt verschwunden, wodurch auch Überkapazitäten abgebaut wurden. Bei dem erwarteten weltweiten Anstieg der Nachfrage könnte sich für jene Unternehmen, die es noch durch die Krise geschafft haben, die Situation wieder deutlich entspannen. 

Das rettende Ufer ist jedoch sicherlich noch nicht erreicht. Die Anlegervereinigung Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) kürte Solarworld in diesem Jahr als „die schlechteste aller Gesellschaften, wenn man mal von den beiden insolventen Unternehmen IVG Immobilien und Centrosolar Group absieht“. Die DSW veröffentlichte gerade ihren jährlichen Kapitalanleger-Index, die DSW-Watchlist; ein Ranking der größten Kapitalvernichter. Erstmals unter den Top 15 befindet sich der ins Trudeln geratene Essener Energieversorger RWE – er rutschte dieses Jahr satte 27 Plätze weiter in die Zone der größten Kapitalvernichter auf den zwölften Rang.

Daniel Zugehör
Keywords:
Solarworld | DSW-Watchlist | Bilanz | Solarkraft
Ressorts:
Markets

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