Elektromobilität
11.07.2018

Schick, aber spät dran: Daimlers Elektrobus eCitaro

Foto: Daimler
Beim Design ziemlich weit vorn, bei der Marktreife ein Nachzügler: Der elektrische Stadtbus eCitaro.

Der Daimler-Elektrobus eCitaro geht in diesem Jahr in Serienproduktion. Andere Hersteller sind mit ihren Serienmodellen längst auf dem Markt. Dennoch: Daimlers Lkw-Chef Martin Daum will sich nicht hetzen lassen.

Der Daimler-Konzern hat in Mainz mit einer großen Show seinen elektrischen Stadtbus eCitaro vorgestellt, der in diesem Jahr in Großserienproduktion geht. Die aufwändige Präsentation erinnerte an Veranstaltungen von US-Technologiekonzernen wie Apple. Der Autobauer ist mit der Serienfertigung eines Elektrobusses reichlich spät dran: Verkehrsbetriebe in Deutschland klagen schon lange darüber, dass sie bei Herstellern aus dem Ausland ordern müssen, weil kein deutscher Autobauer liefern kann.

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Unter Rechtfertigungsdruck

So klangen auch weite Teile der Präsentation der E-Modelle stark nach Rechtfertigung. Martin Daum, Lkw-Chef von Daimler, sagte in Bezug auf Modelle mit E-Antrieb, man habe „die Qualität des Ergebnisses nie der Schnelligkeit geopfert“. Trotz des „aktuellen Hypes um die Elektromobilität“ gehe Daimler deshalb bewusst noch nicht alle Marktsegmente an.

Damit sind insbesondere Fahrzeuge für Langstrecken gemeint, etwa mit Wasserstoff-Antrieb. Trotz großer technischer Fortschritte gebe es dort noch viele offene Fragen, sagte Daum: „Nicht nur mit Blick auf die Leistungsfähigkeit der Batterie, sondern vor allem mit Blick auf Kosten und Langlebigkeit bei hohen Kilometerleistungen.“  Daimler sei überzeugt, dass elektrische Busse und Lkw zunächst im urbanen Raum zum Einsatz kommen.

„Elektromobilität keine Bedrohung“

Sechs vollelektrische Fahrzeuge hat Daimler Trucks & Buses im Portfolio, die entweder schon auf der Straße sind oder gerade entwickelt werden. Das Ziel sei, weltweit führender Hersteller von elektrischen Bussen und Lkw zu sein, sagte Daum. „Wir sehen Elektromobilität nicht als Bedrohung, sondern als Chance und Herausforderung.“

Daimler will bis 2020 rund 200 Millionen Euro in elektrische Antriebe, vernetztes und autonomes Fahren sowie zentralisierte Dienste investieren. Ein „wesentlicher Anteil“ davon fließe in die Entwicklung und Produktion von Elektro-Bussen. Der eCitaro wird im Mannheimer Produktionswerk in Serie gefertigt.

Aufträge von großen Verkehrbetrieben für den Stadtbus eCitaro hat Daimler bereits von der Hamburger Hochbahn, den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) und den Rhein-Neckar-Verkehrsbetrieben. Letztere werden Ende 2018 als erste Kunden mit dem eCitaro beliefert. Öffentlich zu sehen wird der eCitaro erstmals im September 2018 auf der Messe IAA Nutzfahrzeuge in Hannover.

Lesen Sie auch: Kauf von E-Bussen – Handlungsdruck auf Verkehrsbetriebe steigt

Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Nutzfahrzeuge | Elektrobusse | Elektro-Lkw
Ressorts:
Technology | Markets

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