Photovoltaik
09.04.2018

Speicherhersteller Sonnen versorgt Gesundheitszentrum auf Puerto Rico

Foto: Sonnen
Gesundheitszentrum Utuado auf Puerto Rico.

Der Batteriespeicherhersteller Sonnen hat das zehnte Microgrid mit Solaranlage auf Puerto Rico eingerichtet. Große Teile des Stromnetzes der Karibikinsel sind seit Hurrikan Maria zerstört.

Das Stromspeicher-Unternehmen Sonnen hat ein weiteres Microgrid für eine unabhängige Energieversorgung auf Puerto Rico errichtet. In der Region Utuado wurde eine 10-kWp großen Photovoltaikanlage sowie eine Batterie, die 16 Kilowattstunden speichern kann, installiert. Damit soll eine Klinik versorgt werden. Große Teile des Stromnetzes der Karibikinsel wurden durch den Hurrikan Maria zerstört.

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Da es keinen Anschluss an das Stromnetz benötigt, könne es trotz des zerstörten Netzes vor Ort den Betrieb aufnehmen und den Bewohnern eine medizinische Grundversorgung bieten, schreibt das Unternehmen aus Wildpoldsried, das auch für sein Engagement im Bereich der Blockchain-Technologie bekannt ist. Mit dem Solarstrom können medizinische Geräte, die Beleuchtung oder die Kühlung im Gebäude versorgt werden. Die Klinik befindet sich in einer ländlichen und schwer zugänglichen Bergregion, in der die Einwohner seit September 2017 ohne Strom und weitgehend auch ohne fließendes Wasser sind.

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"Basis eines neuen Energiesystems"

Bei diesem Projekt gehe es um mehr, als das Wiederherstellen der Energieversorgung, sagt Sonnen-Geschäftsführer Christoph Ostermann. „Wir wollen zeigen, dass solche Microgrids nicht nur als kurzfristige Hilfe nach Katastrophen sinnvoll sind, sondern dass sie die Basis eines neuen Energiesystems sein können, das deutlich robuster gegenüber zukünftigen Naturereignissen ist.“ Nach Hurrikan Maria gibt es in Teilen von Puerto Rico immer noch keinen Strom. Viele Bewohner haben die Insel verlassen. Das US-Außenterritorium in der Karibik hat etwa dreieinhalb Millionen Einwohnern.

Die US-Regierung von Präsident Donald Trump wurde für ihr Krisenmanagement heftig kritisiert. Für 300 Millionen Dollar sollte ursprünglich eine dubiose US-Firma das Stromnetz wieder aufbauen. Whitefish Energy Holdings hatte US-Medien zufolge zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe nur zwei Mitarbeiter. Ihr Preis lag über Marktniveau – und der Firmeninhaber galt als ein Bekannter des US-Innenministers Ryan Zinke. Schließlich hat die puerto-ricanischen Elektrizitätsgesellschaft den umstrittenen Vertrag gekündigt.

Während viele Menschen auf Puerto Rico sich von der US-Regierung in Stich gelassen fühlten, versuchten private Initiativen weiter Hilfe zu leisten. Der Allgäuer Speicheranbieter Sonnen spezialisierte sich auf die Errichtung von Netz-unabhängigen Microgrids etwa für humanitäre Einrichtungen. Mit diesen Mini-Stromnetzen lassen sich auch längere Ausfälle des öffentlichen Stromnetzes überbrücken.

Gespräche mit Regierungsvertretern

Insgesamt hat Sonnen seit Hurrikan Maria auf Puerto Rico zehn Microgrid-Systeme installiert – zum Beispiel für Gemeinschafts- und Hilfszentren, Waschsalons, Lebensmittelversorgungszentren, die Wasseraufbereitung oder örtliche Schulen.

Das Engagement des Speicherherstellers auf Puerto Rico ist sicher gut für das Image und wahrscheinlich auch für das Geschäft: Parallel zu den ersten Microgrid-Installationen haben sich im vergangenen Jahr Vertreter von Sonnen mit Gouverneur Ricardo Rosselló sowie anderen Regierungsvertretern getroffen, um über den Wiederaufbau des Energiesystems zu sprechen. Ziel sei es, eine Infrastruktur aufzubauen, die auf dezentralen und erneuerbaren Energien basiert. Damit wäre die Energieversorgung widerstandsfähiger gegenüber zukünftigen Stürmen und unabhängig von teuren Öllieferungen.

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Carsten Kloth
Keywords:
Solarenergie
Ressorts:
Technology

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