Die Strombörsen wollen auf Grundlage des nun beschlossenen Rahmenvertrags und zusammen mit Netzbetreibern, Behörden und der EU-Kommission den grenzüberschreitenden Intraday-Handel entwickeln. Bereits vor einer Woche hatten die Spotmärkte ihre Day-ahead-Geschäfte zum North-Western European Powermarket zusammengeschlossen. „Durch einen computergestützten Algorithmus anstelle der bisherigen Auktionsverfahren werden die Grenzkoppelstellen viel effizienter ausgelastet“, erklärt dazu Johannes Mayer, Strommarktexperte beim Fraunhofer ISE, auf Anfrage von BIZZ energy today.

Gleichzeitig würden durch die computergestützte Kopplung der Märkte die Spotmarkt-Preise an den europäischen Strombörsen besser austariert. Ist zum Beispiel der Großhandelspreis wegen der hohen Einspeisung aus erneuerbaren Energien in Deutschland im Keller, erhöht der Algorithmus automatisch das Stromangebot etwa in den Benelux-Staaten. „Das kommt deutschen Erzeugern zugute, die hierzulande stärker als in Nachbarländern unter den niedrigen Großhandelspreisen leiden“, sagt Mayer. Für die Vermarktung des überschüssigen Stroms ins europäische Ausland besitzt Deutschland zu seinen Nachbarländern derzeit etwa zehn Gigawatt an Übertragungskapazitäten.

Der grenzüberschreitenden Intraday-Handel soll Ende des Jahres starten, heißt es bei der Epex Spot in Paris. Mit dem Zusammenschluss würde sich dieser Markt von Stockholm bis Madrid erstrecken. Die Pariser Strombörse Epex Spot deckt bis dato die Strommärkte in Frankreich und im deutschsprachigen Raum ab. 

 
(Epex Spot)