Streik
09.07.2012

Statoil droht mit Förderstopp

Øyvind Hagen / Statoil
44 Öl- und Gasfelder beutet Statoil derzeit auf der norwegischen Kontinentalplatte aus.

Der Arbeitskampf auf Norwegens Ölplattformen tritt in die entscheidende Phase. Nach dem angekündigten Förderstopp der Konzerne wird ein Eingreifen der Regierung erwartet. Beobachter befürchten als Folge einen steigenden Ölpreis.

Seit dem 24. Juni streiken Ölarbeiter auf Norwegens Bohrinseln. Jetzt droht der Streit zwischen den Parteien weiter zu eskalieren – sollte die Regierung nicht eingreifen und von ihrem Recht, den Streik zu beenden, Gebrauch machen. Die rund 7.000 Beschäftigten fordern Lohnerhöhung und ein Frühverrentungssystem.

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Wie Financial Times Deutschland (FTD) meldet, planen der Staatskonzern Statoil und weitere in Norwegen tätige Ölkonzerne für die Nacht von Montag auf Dienstag die Einstellung der kompletten Öl- und Gasförderung. Darüber hinaus möchte der Verband der norwegischen Ölindustrie (OLF) ab Montagnacht Mitgliedern verschiedener Gewerkschaften den Zutritt zu ihren Arbeitsplätzen verwehren. Mit der Aussperrung soll der Druck auf die Gewerkschaften Industri Energi, der Organisation der Energiemitarbeiter (SAFE) and der Norwegian Organisation of Managers and Executives (Lederne) erhöht werden. „Jetzt ist es Sache der Gewerkschaften, darauf zu reagieren", sagte ein Statoil-Sprecher laut FTD.

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Wie aus Analystenkreisen zu hören ist, legen es die Konzerne damit auf ein Einschreiten der Regierung an. Bereits 2000 und 2004 seien ähnliche Konflikte auf diese Weise gelöst worden. „Die Regierung wird eingreifen, um eine Schließung der Plattformen zu verhindern", ist sich Teodor Sveen Nilsen von der Swedbank sicher.

Geht der Arbeitskampf weiter, drohen deutliche Auswirkungen auf dem Ölmarkt. Laut Unternehmen sinkt durch den angekündigten Förderstopp allein Statoils Öl- und Gasproduktion täglich um rund 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter). An Umsatz fallen damit jeden Tag rund 69 Millionen Euro weg, bei insgesamt rund 300 Millionen Euro bislang. Der Ölpreis gerät dadurch zusätzlich unter Druck, nachdem bereits am 1. Juli das EU-Ölembargo gegen den Iran in Kraft getreten ist.

Nach der BP Statistical Review of World Energy förderte Norwegen 2011 rund zwei Millionen Barrel Öl pro Tag. Das sind 2,3 Prozent der weltweiten Gesamtförderung und entspricht annähernd dem deutschen Verbrauch.

Daniel Seeger
Keywords:
Erdölkonzerne | Rohstoffe | Offshore
Ressorts:
Markets

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