EEG-Umlage
15.10.2012

Steuersenkung soll Stromkunden entlasten

Axel Hoffmann / pixelio.de

Die EEG-Umlage steigt laut Netzbetreiber im nächsten Jahr um beinah 50 Prozent. Wirtschaftsminister Rösler fordert als Sofortmaßnahme eine Steuersenkung bei den Strompreisen.

Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW verkündeten heute die EEG-Umlage für das Jahr 2013. Sie steigt von 3,6 auf 5,27 Cent pro Kilowattstunde. Insgesamt beläuft sich der Umlagebetrag auf über 20 Milliarden Euro.

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Der derzeit errechnete Anstieg der Stromkosten für einen Drei-Personen-Haushalt, mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 3.500 Kilowattstunden, liegt bei 60 Euro jährlich. Die Energiebranche geht allerdings von noch höheren Kosten für 2013 aus.

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Nun spielt Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) den guten Samariter und prangert die steigenden Stromkosten an. Da der Bundeshaushalt von den höheren Steuereinnahmen durch die EEG-Umlage profitiere, sollte er diese unerwarteten Mehreinnahmen an die Stromkunden zurückgeben, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Einen Sozialtarif für Geringverdiener lehnt der Wirtschaftsminister allerdings ab.

Weiterhin sprach sich Rösler für eine grundlegende Reform des Erneuerbare-Energie-Gesetzes noch vor den Bundestagswahlen aus. Wie eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsinstituts Emnid zeigt, ist das eine gute Idee. So spielen die steigenden Stromkosten für acht von zehn Deutschen eine ausschlaggebende Rolle bei der Wahl. Während es 77 Prozent der Wähler wichtig ist, dass die Stromkosten bezahlbar bleiben, legen gerade einmal 53 Prozent Wert auf einen gelungnen Atomausstieg. Außerdem zeigt die Studie, dass zwei Drittel der Bürger maximal 50 Euro pro Jahr mehr für Strom zahlen würden.

Sinkende Kosten erst nach 2020
Die Diskussion um die Strompreise wird weiter anhalten: Mitte November werden die Netzbetreiber ihre Mittelfristprognose darüber abgeben, wie sich die EEG-Umlage im Jahr 2014 entwickeln wird. Ein erneuter drastischer Anstieg ist zunächst nicht zu erwarten. „Ich denke es wird dann keine Erhöhung geben, vielleicht fällt die Umlage sogar ein bisschen niedriger aus“, sagt 50-Hertz-Pressesprecher Volker Kamm. Der Anstieg im Jahr 2013 sei der Tatsachse geschuldet, dass die Umlage in diesem Jahr viel zu niedrig angesetzt war. „Es gab eine Unterdeckung.“ Für die kommenden Jahre hätten die Netzbetreiber eine Liquiditätsreserve angelegt.

Laut Kamm wird die Umlage jedoch nach 2014 noch weiter steigen. Erst um das Jahr 2020 könnte es eine Entlastung geben, wenn viele Altanlagen mit hohen Einspeisetarifen aus dem Netz gingen.

Tina Gilic
Keywords:
Strompreis | Philipp Rösler | EEG-Umlage
Ressorts:
Governance

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