Netzdossier
25.06.2012

Stichwort: Blindleistung

Im Zusammenhang mit der Netzstabilität fällt oft der Begriff Blindleistung. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter?

Blindleistung setzt das Netz unter Spannung und schwappt zwischen Kraftwerk und Netz hin und her. Bei Wechselstrom muss das Stromnetz erst mit Energie vollgepumpt werden, bevor diese mit der nächsten Halbwelle wieder entnommen wird. Nur dadurch wird aus dem Netz ein Transportmedium. Die Netzspannung muss ständig konstant gehalten werden. Das ist vergleichbar mit einem großen Bettlaken, das über ein Fußballfeld gespannt wird. Ist das Laken nur an den Ecken befestigt, hängt es am Mittelkreis am Boden. Es braucht einige Fußballspieler quer über dem Spielfeld, die das Tuch hochhalten, um es auf einer Ebene über dem Boden zu halten. Genau als solche „Erzeuger“ von Blind- leistung agieren Kraftwerke für das Transportnetz. Die müssen flächendeckend verteilt sein, da Blindleistung nicht über weite Strecken transportiert werden kann.

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Der Begriff „blinde“ Leistung bedeutet: Sie erzeugt keine Arbeitsenergie, um etwa Motoren anzutreiben. Die nötige Spannung im Transportnetz wird meist auf der Hoch- und Höchstspannungsebene oberhalb von 110 Kilovolt zur Verfügung gestellt. PV- und Windanlagen sind jedoch oft mit weniger Spannung am Verteilnetz angeschlossen. Die Blindleistung müsste somit erst nach oben transformiert werden. Ob und unter welchen Bedingung das möglich ist, muss noch erforscht werden. Hersteller von Wechsel- stromkonvertern in Photovoltaik- und Windanlagen können einen Beitrag zur Netzstabilisierung leisten.

Niels Hendrik Petersen
Keywords:
Netzausbau
Ressorts:
Technology

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