Solarbranche
02.02.2017

Strafzölle gegen chinesische Solarprodukte auf dem Prüfstand

Foto: Wikipedia/Smallman12q
Der Bonner Solarword-Konzern wirbt für Strafzölle gegen China.

Bis Anfang März muss die EU-Kommission entscheiden. Die politische Großwetterlage spricht für die Aufhebung der europäischen Handelsbeschränkungen gegen China.

Die EU-Strafzölle gegen chinesische Solarzellen und Module sind historisch gesehen die größten jemals von Brüssel verhängten Handelsbeschränkungen. Ob und in welcher Form sie weiterlaufen, muss die EU bis Anfang März final entscheiden. 18 der 26 Mitgliedsstaaten votierten vergangene Woche gegen eine Verlängerung. Aber ausgerechnet Deutschland stimmte dafür und folgte so der Linie von Frank Asbeck, Chef des Bonner Solarworld-Konzerns. Im Gegensatz dazu sind die Chefs der deutschen Solarfirmen mehrheitlich längst gegen Strafzölle. Die verteuern Module in Europa um rund 20 Prozent, sind aber offenbar nicht der erhoffte Jobmotor. Das zeigt eine noch unveröffentlichte Studie des Berliner Analysehauses Copes, die bizz energy vorliegt. Demnach sackte die Zahl der europäischen Modulhersteller im vergangenen Jahr von 80 auf 69, während die Gesamtkapazität der in Europa produzierten Module um ein Prozent auf 6,58 Gigawatt zurückging. Auch die Kapazität der EU-weit hergestellten Solarzellen sank – von 1,90 auf 1,89 Gigawatt.

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Indes boomt die Solarindustrie weltweit – aber eben außerhalb Europas. Allein Weltmarktführer HanwhaQCells produziert fast dreimal so viel Solarzellen wie alle europäischen Hersteller zusammen. Der Clou dabei: HanwhaQCells sitzt in Südkorea und hat sich gegen die Konkurrenz aus China durchgesetzt – ganz ohne Hilfe von Strafzöllen. „Wir setzen darauf, dass Frau Zypries für freien Handel mit China votiert“, sagt Holger Krawinkel, Sprecher der Solar Alliance for Europa. Zudem gelte angesichts des neuen US-Präsidenten Donald Trump die Losung: „Europa und China müssen näher zusammenrücken, dabei sind die Solar-Strafzölle ausgesprochen hinderlich.“

Joachim Müller-Soares
Keywords:
Strafzölle | Europa | China | EU-Kommission | Solarworld
Ressorts:
Governance

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