In Deutschland muss Chefregulierer Jochen Homann in den kommenden Wochen einen kniffligen Streit im Gasmarkt lösen. Es geht um Konvertierungsentgelte in Millionenhöhe, die letztlich alle deutschen Verbraucher dafür zahlen, dass hochkaloriges Gas aus den Niederlanden in niederkaloriges „L-Gas“ umgewandelt wird. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte versprochen, das Konvertierungsentgeld zum 1. Oktober abzuschaffen. Nun hat der Verband der Fernleitungsnetzbetreiber im Verein mit zwei Marktgebietsverantwortlichen bei Homanns Bonner Bundesnetzagentur eine Verlängerung der Gebühren beantragt, zunächst für sechs Monate. Das Argument der Antragsteller: Das Konvertierungsentgelt sei zur Sicherung der holländischen Lieferungen notwendig. Doch dieses Argument ist fadenscheinig: Die niederländische Regierung in Den Haag hat sich gegenüber der Bundesregierung in Berlin längst verpflichtet, die Gaslieferungen sicherzustellen – mit oder ohne Umwandlungsentgelt. „Ein Hü und Hott bei den Gebühren darf es nicht geben, die Gashändler haben sich seit langem auf das Ende des Konvertierungsentgelts eingestellt“, warnt Robert Busch, Geschäftsführer beim Bundesverband Neue Energiewirtschaft: „Zudem geht es hier um eine Entlastung aller Gasverbraucher.“ Wie andere Betroffene hat sein Verband nun bis zum 22. April Zeit für eine Stellungnahme bei der Bundesnetzangentur. Deren zuständige Beschlusskammer 7 ließ bei einer mündlichen Anhörung in der vergangenen Woche durchblicken, dass sie den Anträgen der Marktgebietsverantwortlichen Gaspool und NCG auf Verlängerung des Konvertierungsentgelt bis 31. März 2017 nicht widersprechen wolle. Die offizielle Entscheidung wird Behördenpräsident Homann voraussichtlich im Mai verkünden. 

 
Cheregulierer Jochen Homann muss in den kommenden Wochen einen kniffeligen Streit im Gasmarkt lösen. (foto: Wikipedoa)