Windmesse
17.09.2012

Streit zwischen Husum und Hamburg eskaliert

Foto: Husum Messe und Kongress

Die Gespräche für eine gemeinsame Windmesse sind gescheitert. Die Verantwortlichen weisen sich gegenseitig die Schuld zu.

Am Dienstag beginnt mit der Husum-Wind die Leitmesse der Windbranche. Traditionell bevölkern dann Tausende Besucher das kleine Städtchen an der Nordseeküste. Das Messecenter platzt aus allen Nähten, die Kassen des Veranstalters Husum Messe und Kongress klingeln. Die Hansestadt Hamburg, Aufstrebender Windenergie-Standort, möchte gerne ein Stück abhaben vom Messegeschäft. Deshalb kündigten die Betreiber der Hamburg Messe und Congress im vergangenen Jahr an, eine eigene Windmesse veranstalten zu wollen – und zwar parallel zur Husum Wind. Dort war die Messegesellschaft verständlicherweise wenig begeistert von den Plänen. Die Ankündigung führte nicht zuletzt zu Verstimmungen zwischen den Bundesländern Hamburg und Schleswig-Holstein.

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Vermittlungsgespräche mit beiden Messegesellschaften sollten eine Lösung bringen. Vergeblich, am Sonntag gab das Wirtschaftsministerium in Kiel bekannt, dass die Gespräche gescheitert seien. Dafür will nun niemand verantwortlich sein. Von Seiten der Hamburg Messe und Congress hieß es, man habe „mehrere weit gehende Vorschläge für ein gemeinsames Vorgehen“ vorgelegt. Offenbar hatten die Hamburger erwogen, 2014 auf eine eigene Messe zu verzichten, dafür aber 2016 voll einzusteigen. Alle Vorschläge seien von den Husumern abgelehnt worden, so die Hamburger. Ein Vorwurf, den die Husumer nicht auf sich sitzen lassen wollten. „Wir haben den Hamburgern einen konstruktiven Vorschlag gemacht, bei dem wir weitestmöglich die Hand gereicht haben“, erklärte der Husumer Messechef Peter Becker. Der Vorschlag habe eine gemeinsame Messe in Husum in zwei Jahren vorgesehen. Zudem hätte es ein Umfrage geben sollen, um zu klären, welchen Standort die Aussteller wünschen. Der Vorschlag sei abgelehnt worden, betonte Becker. Die Fronten sind nun verhärtet. „Wir halten klar am Standort Husum fest und werden weiterhin die internationale Leitmesse der Branche sein“, so Husum-Wind-Chef Becker. Hamburg treibt nun seinerseits die Pläne für die eigene Messe Windenergy voran.

Riss durch die Branche
Die Standortfrage spaltet die gesamte Windbranche. Die Messe Husum hat sich gemeinsam mit der Hannover Messe und dem Bundesverband Windenergie zur Windallianz zusammengeschlossen. Auch Hersteller wie Vestas sprachen sich zumindest für das Jahr 2014 für den Standort Husum aus. Für Hamburg als Standort setzte sich dagegen der mächtige Verband der deutschen Maschinen und Anlagenhersteller (VDMA) ein, in dem alle großen Unternehmen vertreten sind. Berichte, wonach der VDMA die Gespräche mit der Messe habe Scheitern lassen, wies Geschäftsführer Thorsten Herdan zurück. „In die Gespräche waren wir nicht eingebunden.“ Eine gemeinsame Branchenlösung wäre für alle Beteiligten von Vorteil gewesen, so Herdan.

Karsten Wiedemann
Keywords:
Erneuerbare Energie | Windenergie
Ressorts:
Community

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