Erneuerbare Energien
03.01.2017

Strom-Bilanz 2016: Erneuerbaren-Wachstum stagniert

Foto: istockphotos.com/man_at_mouse

Zu Beginn des neuen Jahres lohnt ein Blick zurück. Der fällt für die Erneuerbaren-Branche ernüchternd aus.

 

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2016 stagnierte der Ökostromanteil am deutschen Strommix. Das zeigen die Anfang der Woche vom Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE in Freiburg veröffentlichten Daten für 2016. Mit 186 Terawattstunden (TWh) Strom aus Solar, Wind, Wasser und Biomasse liegt der Grünstromanteil im Jahr 2016 in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Demnach stammen 34 Prozent des verbrauchten Stromes von Erneuerbaren. Zum Vergleich: 2015 waren es 35 Prozent. Nach dem Rekordjahr 2015 erleidet die Branche damit einen Dämpfer.

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Vor allem für die Solarbranche war 2016 kein gutes Jahr. Insgesamt sank die Produktion von Sonnenstrom um 1,2 TWh auf 36,7 TWh um 3,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das liegt laut Fraunhofer vor allem an den vielen Wolkentagen und am schleppenden Zubau neuer Anlagen. Die Windstrommenge blieb indes mit 78 produzierten TWh relativ stabil. Zwar sank die Erzeugung durch Windmühlen an Land leicht, der Anteil auf See legte indes deutlich zu.

Ähnliche Zahlen hatten bereits der Branchenverband BDEW und das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg ZSW in einer ersten Schätzung Ende Dezember vorgelegt.

Braun- und Steinkohlekraftwerke liefern noch immer mehr als 40 Prozent des Stroms. Der Anteil geht aber leicht zurück. Auch der Strom aus der Kernenergie sank 2016 um acht Prozent. Grund dafür ist die Abschaltung des Reaktors in Grafenrheinfeld Mitte des Jahres.

Deutlich mehr Strom wurde 2016 indes in Gaskraftwerken erzeugt, wie die Fraunhofer-Zahlen zeigen. Sie speisten 43 TWh ein und liegen damit laut Institut rund 40 Prozent über dem Niveau des Vorjahres. Dieser neue Aufwärtstrend sei hauptsächlich durch die niedrigen Gaspreise begründet. Seit Monaten sind die Preise auf dem Gasmarkt auf Talfahrt. 

Trotz stagnierender Erneuerbaren-Zahlen steigt die EEG-Umlage im Jahr 2017 von derzeit 6,35 Cent auf 6,88 Cent. Auch steigen die Netzentgelte in einigen Regionen Deutschlands deutlich an.  Die Netzentgelte sind einer der treibenden Preisfaktoren für den Strompreis. Der dürfte in diesem Jahr vielerorts deutlich ansteigen. Laut einer Studie des Vergleichsportals Check 24 haben insgesamt 334 Grundversorger ihren Stromkunden für 2017 Tariferhöhungen um durchschnittlich 3,5 Prozent angekündigt.

 

Die Redaktion
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Solarstrom | Windstrom | Erneuerbare | Stromproduktion | 2016 | Gas | Kohle
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Markets

Kommentare

Die Physik gibt es vor- man kann den Anteil der Solar- und Wind- Zufallsgeneratoren nicht bis Ultimum steigern. Auch ist das irgendwann nicht mehr zu bezahlen. Eine Mindestkapazität an fossilen bzw. nuklearen Kraftwerken ist absolut unverzichtbar, um das System der Stromversorgung sicher und stabil am Laufen zu halten. Ohne diese Großkraftwerke könnte man ja auch keine Regenerativen betreiben, sie können nur in ein frequenz- und spannungsstabiles System einspeisen.

Sehr geehrter Herr Stromer60,
leider habe ich nicht verstanden, welcher inhaltlichen Teil Ihrer Bekundung physikalisch begründbar ist. Für meine Expertise geben die Zusammenhänge von beobachtbaren und darauf manipulierbaren Abläufe oder umgekehrt recht wenig vor, auch wenn sie Fundamental sind. Nur der Verstand der meinesten Menschen ist sehr begrenzt, indem er sich fiktive Grenzen sucht, um seine Begrenztheit nicht preiszugeben. Irdisch gesehen sehe ich da nur eine Grenze: Wachstum ("Grenzen des Wachstums" D. Meadows 1974). Rohstoffe sind endlich, Ebenso wie Böden und mit der Benutzung nutzen sich diese ab und stehen nicht mehr zur Verfügung. Hierzu zählt auch der Zugang und Reserve von (sauberem) Trinkwasser, Luft, Nahrung und all diesen komplexen sensiblen Abläufen, die in den letztn 170 Jahren, besonders der letzten 60 Jahre durch den Kapitalismus (Migration von Macht und monetärem Reichtum und Besitz auf Wenige = Nichtdemokratie), dezimiert und zerstört wurden und werden. Die Physik besagt, wenn eine Ressource endlich ist und sie nicht nachgefüllt wird, ist sie absehbar nicht mehr verfügbar. Darüber reden Sie jedoch nicht. Andere Länder wie Island, Costa Rica, Dänemark oder Insel Hierro machen es vor, was Ihre Auffassung von Physik klassisch widerlegt. Der leistungselektronische Anteil steigt und immer mehr intelligent Mechanismen werden zur Spannungsqualitätserhaltung dieser masselosen Einspeisung verbessern. Aber wenn Sie ein Problem mit Details der Stromversorgung haben, dann empfehle ich Ihnen Studien über "Windgas"= PtG, GtL und GtP, GtX. Insbesondere in Deutschland können wir auf unser erstklassiges Gasnetz zurückgreifen. Das die Einspeisung und Regelleistung mit dieser Technologie sehr breit skalierbar ist können Sie gern in Dresden bei der Firma Sunfire nachschauen oder bei den Chinesen oder Südafrika ... Mit etwas Phantasie und Offenheit könnten Sie physikalisch erkennen, das Ihre Meinung sehr begrenzt ist. Übrigens empfehle ich einen Blick in mein Demnächst erscheinendes Buch für eine derartige Energiewende in Ecuador. Schauen Sie doch einfach ab Feb./März auf der Webseite von den Yasunidos.org - da können Sie auch jetzt schon sehen, wie der Extraktivismus Biodiversität zerstört. Interessant könnte für Sie auch die Film auf Youtube sein: "The Secret of the Seven Sisters". In diesem Sinne. Mit besten Grüßen. S. Golla

Lieber Stromer60, die Physik gibt auf keinen Fall vor, dass wir dauerhaft mehr als 10% Erzeugung aus Erdgas brauchen.

Wind & Sonne werden bis Ende 2025 ca. 70% des deutschen Strommarktes bedienen und das ist nicht mehr aufzuhalten.

Wind & Sonne kosten nur ca. 1/3 von Steinkohle. Tatsächlich sind die Kosten so niedrig geworden, dass bis 2020 sogar die Brennstoffkosten von Steinkohle durch Wind & Sonne unterschritten werden. Wind & Sonne kosten dann jeweils weniger als 3 ct/kWh.

Selbst wenn wir Batterien und offene Gasturbinen zur Leistungssicherung daneben stellen, wird der Strom aus Wind & Sonne immer noch mehr als 50% billiger als Strom aus Steinkohle sein.

Die Leistungssicherung von Wind & Sonne wird dauerhaft die Stromerzeugung mit nicht mehr als 1,5 ct/kWh belasten, allerdings gilt diese Belastung für die gesamte Nettostromerzeugung (bei 80% Wind & Sonne und 20% Biomasse & Erdgas).

2016 war eine lausiges Windjahr. Für 2017 dürfen wir deshalb alle einen neuen Produktionsrekord erwarten, falls die Winde wieder wie im statistischen Mittel wehen.

Die Physik gibt nichts vor. Es ist der Mensch allein der entscheiden muss, wie wir in Zukunft leben wollen. Fatalerweise übernehmen diese Entscheidung heute nicht mehr 'menschliche' Interessenvertreter. Das Klima kippt, die Erde wird verseucht, die Artenvielfalt schwindet, Monokulturen allenthalben, Massentierhaltung, Massenmenschhaltung in den Städten der Zukunft - und das einzige was interessiert ist das der Strom doch bitte weiter stabil bleibt?
...das wird in Zukunft das Problem derer sein, die den Autonomie Gedanken einer dezentralen Versorgung nicht rechtzeitig verstanden haben.

Ist die Bruttoenergieerzeugung tatsächlich um fast 100 TWh gefallen?
https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/Wirtschaftsbereiche/Energie/Erze...

Es handelt sich bei den Zahlen im Text um die Netto-, nicht um die Bruttostromerzeugung. Die Erzeugung für den Eigenverbrauch der Kraftwerke wird also nicht berücksichtigt. Die Quelle finden Sie unter: https://www.ise.fraunhofer.de/de/downloads/pdf-files/data-nivc-/stromerzeugung_2016_1.pdf

Sehr geehrter Herr Golla,
ihr ideologisch verbrämter Text zeigt, dass Sie über keine naturwissenschaftliche Ausbildung verfügen. Aus diesem Grund ist es müßig mit Leuten wie Ihnen über Physik zu kommunizieren. Sie würden es gar nicht verstehen. Ich stimme Herr Stromer60 uneingeschränkt zu. Viele Grüße aus dem Kraftwerk

Die Wahrheit liegt wohl in der Mitte. Wenn es preiswerte Speichermöglichkeiten von Strom gäbe, dann wäre auch die erneuerbare Energie netzstabil. Dieses wird aber wirtschaftlich nur erreichbar sein mit schnell verfügbarer Energie, also den Gasturbinen. Es bleibt also der Kampf um die letzten Erdölquellen oder die Umwandlung von Biomasse zu Treibstoff chemisch-katalytisch.

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