Internationale Energieagentur
18.04.2013

Strom so dreckig wie vor 20 Jahren

Foto: RWE
RWE-Kohlekraftwerk Niederaussem

Nach Angaben der Internationalen Energieagentur sind die Emissionen aus der Stromproduktion in den letzten 20 Jahren weltweit nicht gesunken. Um den Klimawandel zu bekämpfen, müssten saubere Energien deutlich schneller ausgebaut werden.

IEA-Direktorin Maria van der Hoeven findet deutliche Worte in ihrem aktuellen Jahresbericht. Trotz vieler Diskussionen auf internationaler Ebene und trotz eines Booms bei erneuerbaren Energien sei die Stromerzeugung weltweit genauso schmutzig wie vor 20 Jahren. Der Schwung, das weltweite Energiesystem sauberer zu machen, ist ins Stocken geraten, so van der Hoeven. 

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Nach dem von der IEA entwickelten Energy Sector Carbon Intensity Index (ESCII) seien vor 20 Jahren für die Erzeugung einer definierten Energieeinheit 2,39 Tonnen Kohlendioxid (CO2) angefallen. Dieser Wert sei im Jahr 2010 mit 2,37 Tonnen CO2 nahezu unverändert geblieben. Zwei Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen stammen nach Angaben der IEA aus der Stromerzeugung. Die Welt könne sich angesichts des Klimawandels keine weiteren 20 Jahre der Tatenlosigkeit leisten, betonte IEA-Direktorin van der Hoeven. Wir brauchen eine schnelle Verbreitung von sauberen Energien.

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IEA für CCS-Technik 

Dazu zählt laut IEA auch die umstrittene Speicherung von Kohlendioxid aus Kraftwerken im Boden (CCS). So lange die Welt von fossilen Energien abhängig ist, sei der Einsatz von CCS unabdingbar. Der Schiefergas-Boom in den USA hat den Einsatz der Kohle laut IEA insbesondere in Europa noch vergrößert.

Ohne eine klare Unterstützung der Politik sei die Entwicklung von CCS aber unwahrscheinlich. Deutschland hat sich aus der Entwicklung der CCS-Technik wegen großer Widerstände der Bevölkerung weitestgehend verabschiedet.

Wind- und Solarenergie wachsen

Eine positive Nachricht hat die Energieagentur aber trotzdem zu vermelden. Die Windenergie ist zwischen 2011 und 2012 weltweit um 19 Prozent gewachsen, die Solarenergie sogar um 42 Prozent. Wachstum gab es vor allem in Schwellenländern wie Brasilien, China und Indien, die ihre Energiepolitik auf die Förderung von erneuerbaren Energien umgestellt hätten.

 

 

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
IEA | erneuerbaren Energien | CCS | Klimawandel | Emissionen | Maria van der Hoeven
Ressorts:
Governance

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