Grüne Tarife
24.08.2016

Stromanbieter-Wechsel: Öko beliebt, Nachhaltigkeit nicht

Foto: Unsplash / Pixabay
Vielen Verbrauchern reicht offenbar die Bezeichnung Öko, richtig nachhaltig muss es nicht sein.

60 Prozent der Kunden eines der branchengrößten Stromanbieter-Wechselportale haben seit 2014 Ökotarife gewählt – Aber nur vier Prozent achteten dabei auf gekennzeichnete Nachhaltigkeit.

Ökostrom ist der Liebling der wechselwilligen Nutzer von Check24, einem der größten Vergleichsportale Deutschlands. 60 Prozent von Ihnen haben sich laut dem Portal in den letzten drei Jahren für Ökotarife entschieden. Aber nur vier Prozent wählten dabei nachhaltige Tarife.

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Für die Aufnahme in diese Kategorie liegt die Latte deutlich höher: Als nachhaltig kennzeichnet das Portal Stromtarife, die etwa mit dem OK-Power-Label oder Grüner-Strom-Label ausgezeichnet sind, oder die nachweislich in signifikantem Umfang lokale Ökostromproduktion fördern und damit den Anteil an konventionell erzeugtem Strom in Deutschland wirklich verringern. Anbieter von Basis-Ökostromtarifen dagegen kaufen ihren Strom auch aus bereits bestehenden Anlagen im Ausland ein, ohne maßgeblich in den Neubau sauberer Kraftwerke in der Bundesrepublik zu investieren.

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Die Verbraucher sparen laut Portal bei Basis-Ökotarifen bis zu 603 Euro gegenüber der Grundversorgung. Die Nachhaltigkeitstarife ermöglichen demzufolge weniger Einsparungen, dort seien es noch bis zu 487 Euro. Das lässt vermuten, dass die Auswirkung auf den Geldbeutel ein gewichtiges Argument bleibt, auch bei umweltbewussten Stromanbieter-Wechslern.

 

Tim Lüdtke
Keywords:
Grünstrom | Ökostrom | Energie | Erneuerbare Energie | Tarife | Strom | Check24 | Zertifikat | Label | OK-Power | Grüner-Strom
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Kommentare

Geld(sparen) allein wird die Welt nicht retten. Vielmehr das ehrliche Engagement aufrichtiger Menschen, die sich auch durch gesetzlich verordneten Schwachsinn (Änderung EEG-Umlage, etc.) nicht bremsen lassen. Wenn Investitionen in dezentrale regenerative Energieerzeugung im eigenen Land verbleiben, macht das am meißten Sinn und stärkt auch langfristig den Binnenmarkt und unsere Wettbewerbsfähigkeit. Anlagen in Bürgerhand oder in Händen nachhaltig wirtschaftender Unternehmer gebe ich gerne den Vorzug vor Konzernen, die dreist unsere Regierung verklagen, weil sie nukleare Entsorgungskosten nicht zahlen wollen!

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