Die European  Energy Exchange mit Sitz in Leipzig, hat ein Papier zur Zukunft des Strommarktes veröffentlicht. Neben einem stabilen politischen Rahmen fordern die Autoren einen marktbasierten Ausbau von Erneuerbaren, Herkunftsnachweise für Ökostrom und eine Stärkung des europäischen Emissionshandels. 

Außerdem spricht sich die Strombörse gegen Subventionen für konventionelle Kraftwerke aus, ein Kapazitätsmarkt dürfe nur die Ultima Ratio sein. „Nur ein auf Markt und Wettbewerb basierender und europäisch ausgerichteter Strommarkt, dessen Potenziale vollständig erschlossen werden, kann die richtigen Anreize für Investitionen in Erneuerbare, in konventionelle Backup-Kraftwerke aber auch in neue Technologien zum Verbrauchsmanagement und zur Speicherung geben“, sagt Peter Reitz, Vorstandsvorsitzender der EEX. Eine auf staatliche Regulierung ausgelegte Energiepolitik sei der falsche Weg.

Negativer Börsenstrompreis

Der Bedarf für eine Reform der Energiemarktes zeigt sich zuletzt am vergangenen Wochenende. Das große Angebot an Solar- und Windenergie ließ am Sonntag den Börsenstrompreis unter Null sinken. Die Netzbetreiber vermarkten den Grünstrom über die EEX. Die Folge des Preisverfalls: Die Umlage für das Erneuerbare-Energien-Gesetz steigt, da den Betreiber laut Gesetz eine garantierte Vergütung zusteht.