Auffallen wollen Toyota-Fahrer nicht. Die Autos des japanischen Branchenriesen sind vor allem wegen ihrer Funktionalität und Zuverlässigkeit gefragt. Das gilt auch für den Golf-Konkurrenten Auris, den der Hersteller nun in zweiter Generation anbietet. Toyota verzichtete auf Designexperimente und verpasste dem Auris ein klares und nüchternes Aussehen.

Punkten will der Hersteller auf anderem Gebiet, etwa bei der Technik. Schon seit Jahren ist Toyota Vorreiter bei den Hybridantrieben. Seit Anfang der sechziger Jahre tüftelt das Unternehmen an der Mischung aus Benzin- und E-Maschine. Mit dem Prius ging 1997 der erste Wagen in Serie. Mittlerweile verkauft Toyota weltweit 100.000 Hybridfahrzeuge im Monat. Während andere große Hersteller nun beim Hybrid langsam nachziehen, bietet Toyota sein Aggregat in immer mehr Modellen an, so im Kleinwagen Yaris und erstmals auch in einem Kombi, dem Auris Touring Sports. 

Der ist von außen nicht von den Benzin- und Diesel-Varianten zu unterscheiden. Einzig das Hybrid-Logo am Heck gibt Auskunft über den Antrieb. 

Batterie an Bord

Das wichtigste für den Kombifahrer vorneweg: Trotz Batterie an Bord ist das Platzangebot im Auris Hybrid identisch zu den anderen Varianten. Das maximal verfügbare Ladevolumen beträgt 1.500 Liter. Der Batteriespeicher mit 1,3 Kilowattstunden Inhalt ist unter der Rückbank untergebracht. 

Fahren lässt sich der Auris Touring Sports, der wie alle Hybride mit einem Automatikgetriebe ausgestattet ist, denkbar entspannt. Bei sehr moderatem Gasfuß surrt der Wagen bis Tempo 40 rein elektrisch, dann schaltet sich leicht brummend der Benzinmotor dazu. Benzin- und Elektromotor verfügen zusammen über eine Leistung von 136 PS. Zu einem Sprinter wird der 1,4 Tonnen schwere Wagen dadurch nicht unbedingt.

Im Stadtverkehr schwimmt der Kombi aber recht flott mit und auch auf der Autobahn reicht der Vortrieb für die meisten Fahrsituationen. Lediglich bei dem ein oder anderen Überholmanöver wäre ein bisschen mehr Leistung nicht schlecht. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei 175 Kilometer pro Stunde, für den Sprint auf Tempo 100 braucht der Kombi 11,2 Sekunden.

Vorteil im Stadtverkehr

Wer einen Hybrid kauft, ist ohnehin nicht auf Ampelsprints, sondern auf sparsames Fahren aus. Hier kann der Hybrid-Auris vor allem im Stadtverkehr mit vielen Stopps und mäßigem Tempo seinen Vorteil ausspielen. Energie sammelt der Wagen bei jedem Bremsen. Für das elektrische Fahren steht der Fahrmodus EV zur Verfügung, der sich allerdings bei einem beherzteren Tritt auf das Gaspedal sofort ausschaltet. Realistischer scheint da der Eco-Modus, der für ein effektives Zusammenspiel von Benzin- und E-Motor sorgt. Der von Toyota angegebene Verbrauch von 3,6 bis 4 Litern im Stadtverkehr dürfte in der Praxis dennoch schwer zu erreichen sein. Außerorts erreicht der Hybridwagen das Verbrauchsniveau eines normalen Benziners. Bei zügiger Autobahnfahrt genehmigte er sich zwischen sechs und sieben Litern.

Auffällig gerade in der kalten Jahreszeit: Sobald die Heizung läuft schafft es der Elektromotor nicht mehr alleine und wird vom Benzinaggregat unterstützt.

Billiger als der Diesel

Fazit: Der Auris Hybrid Touring Sports ist ein absolut alltagstaugliches Familienauto mit gutem Platzangebot. Für umweltbewusste Fahrer, die in der Regel keine langen Autobahnfahrten machen müssen, gibt es im Moment in Sachen Emissionen wenig Alternativen zum Hybrid. Der CO2-Ausstoß des Kombis liegt unter 100 Gramm pro Kilometer. Das Design des Auris ist zudem deutlich gefälliger als bei der Hybrid-Großraum-Limousine von Toyota, dem Prius+.

Preislich sortiert sich der Auris Hybrid Kombi zwischen den Benziner- und Diesel-Modellen ein: Los geht es bei 24.400 Euro, dafür gibt es Extras wie Rückfahrkamera und Touch-Display mit Navigationssystem.

 

 

(Fotos: Toyota)