Haftungsregelung
29.08.2012

Stromkunden zahlen für Netzanbindung

Wilhelmine Wulff / pixelio.de
Kunden zahlen drauf: Ein neues Gesetz sorgt für die Beschleunigung bei der Offshore-Netzanbindung.

Das Bundeskabinett einigte sich heute auf neue Haftungsregeln bei den Offshore-Windanlagen: Verbraucher werden in Zukunft zur Kasse gebeten.

Bei Anschlussproblemen von Windparks in der Nord- und Ostsee sollen Kunden über ihre Stromrechnung an den Zusatzkosten beteiligt werden. So werden Verbraucher dem heutigen Kabinettsbeschluss zufolge ab 2013 einen Aufschlag von bis zu 0,25 Cent pro Kilowattstunde zahlen. Für einen Durchschnittshaushalt bedeutet das einen Kostenaufschlag von neun Euro jährlich. „Wir haben gesagt: 0,25 Cent pro Kilowattstunde ist der maximale Wert, der den Verbraucher belasten kann, deshalb gibt es hier eine Sicherheit nach oben“, zitiert die Märkische Allgemeine den Umweltminister Peter Altmaier (CDU).

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Die zusätzlichen Lasten werden sowohl auf private als auch gewerbliche Stromkunden umgelegt. Bei einem Jahresverbrauch von bis zu einer Million Kilowattstunden, muss die gesamte Umlage gezahlt werden. Alles, was darüber hinaus geht, wird mit 0,05 Cent pro Kilowattstunde berechnet.

„Der Umstieg in das Zeitalter der erneuerbaren Energien ist nicht zum Nulltarif zu haben. Die Energieversorgung wird durch den beschleunigten Ausstieg aus der Kernenergie vorerst teurer. Dies war der Bevölkerung bei den Entscheidungen zum Umstieg auf erneuerbare Energien im vergangenen Jahr auch durchaus bewusst, wie die Umfragen belegen“, sagt Joachim Pfeiffer, wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Allerdings nimmt der Entwurf auch die Übertragungsnetzbetreiber stärker in die Mangel: Bei fahrlässigem Verhalten müssen sie bis zu 100 Millionen Euro Schadensersatzzahlungen im Jahr leisten. Ferner sollen Schadensfälle und Kostenverteilung öffentlich gemacht werden, um Transparenz zu gewährleisten.

Bundesumweltminister Altmaier und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) hatten sich bereits vor einiger Zeit auf einen Gesetzentwurf geeinigt, der die Haftungsfragen bei der Netzanbindung von Offshore-Windparks regelt. Doch Verbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hatte sich gegen den Entwurf ausgesprochen. (BIZZ energy today berichtete am 22.08.2012). Sie kritisierte insbesondere, dass die hohen Schadensersatzkosten von den Stromkunden getragen werden müssten.

Seit Freitag ist der Streit um die Kosten beigelegt. Im neuen Gesetzentwurf sind die Belastungen für den Verbraucher etwas abgemildert.

Tina Gilc
Keywords:
Netzausbau | Offshore | Windenergie
Ressorts:
Governance

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