Netzausbau
03.02.2014

Stromtrassen auf dem Prüfstand

Amprion

Der gedrosselte Erneuerbaren-Ausbau könnte auch den Bedarf an neuen Stromtrassen senken. Die geplanten Ausbauziele der neuen Regierung fließen 2015 in den Netzentwicklungsplan der Übertragungsnetzbetreiber ein.

Mit dem verlangsamten Ausbau erneuerbarer Energien durch die Bundesregierung könnte auch der Bedarf an neuen Stromtrassen sinken. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf Anfrage der Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen hervor. Übertragungsnetzbetreiber wie Tennet in Bayreuth und Amprion in Dortmund nehmen das veränderte Szenario in den jährlich aktualisierten Netzentwicklungsplan für 2015 auf. 

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Die Regierung plant nach dem Kabinettsbeschluss vom 22. Januar einen Ökostrom-Anteil von maximal 45 Prozent bis 2025 und maximal 60 Prozent bis 2035. Zuvor lagen die Ausbauziele für erneuerbare Energien beim Strom für 2022 bei einem Anteil von 45 Prozent, für 2032 bei 63 Prozent.

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Auf deren Grundlage hatte die schwarz-gelbe Vorgängerregierung im April 2013 im Bundesbedarfsplangesetz 51 Ausbauprojekte der Übertragungsnetzbetreiber beschlossen, davon 2.800 Kilometer an neuen Trassen. Jedoch plant die Regierung jetzt zum Beispiel nur noch mit einem Ausbau der Offshore-Windenergie von 6,5 statt 10 Gigawatt. 

Wie stark sich das auf die geplanten Nord-Süd-Trassen auswirkt, die den Windstrom aus dem Norden in die Verbrauchzentren im Süden transportieren sollen, ist offen. Bei Amprion und Tennet hielt man sich angesichts der Auswirkungen der eingestampften Ausbauziele auf den Netzausbaubedarf zurück. 

Wegen der regelmäßigen Prüfung und Anpassung des Netzentwicklungsplans, bei der einzelne Projekte von Jahr zu Jahr auch unterschiedlich bewertet werden können, sieht die Bundesregierung die Glaubwürdigkeit des Prozesses nicht gefährdet. Die Bundesnetzagentur habe in der Vergangenheit sämtliche Vorhaben einer Robustheitsprüfung unterzogen, um zu vermeiden, dass eher geringfügige Änderungen des Szenariorahmens den grundsätzlichen Bedarf für die genehmigten Vorhaben in Frage stellen könnten, heißt es in der Antwort auf die Anfrage der Grünen.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Tennet | Energiepolitik | Netzausbau | Amprion
Ressorts:
Governance | Markets

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