Erneuerbare Energien
31.10.2019

Studie: Akzeptanz der Windenergie größer als gedacht

Foto: iStock
Viele Menschen unterstützt den Ausbau der Windenergie. Doch Klagen und Proteste behindern ihn derzeit.

Die meisten Bundesbürger halten den Windkraftausbau für sinnvoll, so das Ergebnis einer Umfrage der Fachagentur Windenergie. Windkraft-Gegner könnten sich nicht auf eine „schweigende Mehrheit“ berufen – im Gegenteil.

Der Ausbau der Windenergie an Land wird von einer Mehrheit der Bundesbürger befürwortet. Das gilt auch für Windenergieanlagen vor Ort. So das Ergebnis einer im Auftrag der Fachagentur Windenergie an Land durchgeführten Umfrage. Demnach erachten 82 Prozent der 1.013 Befragten die Nutzung und den Ausbau der Windenergie als wichtig oder sehr wichtig.

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Obwohl die Bundesregierung eigentlich viel mehr Windstrom produzieren lassen will, werden zur Zeit kaum noch Windräder gebaut. Ein wesentlicher Grund des augenblicklichen Stillstands sind Proteste gegen den Ausbau vor Ort und zahlreiche Klagen gegen Windenergieanlagen vor Gericht. Doch bei den Protestierenden handelt es sich offenbar um eine lautstarke Minderheit, wie die Studie nahelegt.

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"Schweigende Mehrheit" unterstützt Ausbau deutlich

Denn eine sogenannten „schweigenden Mehrheit“, also denjenigen, die sich nicht öffentlich in Debatten zu Windenergie vor Ort einbringen oder positionieren, unterstützt den Ausbau besonders deutlich. Hier befinden sogar 86 Prozent den Ausbau der Windenergie als wichtig oder sehr wichtig.

Auch die Windenergie vor Ort stößt bei der „schweigenden Mehrheit“ auf eine noch größere Zustimmung als beim Durchschnitt der Befragten: 85 Prozent der Gruppe sind mit bestehenden Anlagen in ihrem Wohnumfeld einverstanden (Durchschnitt 78 Prozent). 73 Prozent von ihnen hätten keine großen Bedenken gegenüber dem Bau genehmigungsfähiger Windenergie vor Ort. Beim Gesamtdurchschnitt der Befragten sind dies 70 Prozent.

Akzeptanz durch regionale und lokale Akteure

„Die Akzeptanz für den Ausbau der Windenergie an Land in der Bevölkerung ist groß – insbesondere bei der sogenannten ‚schweigenden Mehrheit‘“, sagt Antje Wagenknecht, Geschäftsführerin der Fachagentur Wind. Diese Akzeptanz sollte auch in der politischen Debatte zum Tragen kommen und die mit der Windenergie verknüpften Chancen thematisiert werden. „Windenergieprojekte, die verstanden werden und spürbar zur Entwicklung der ländlichen Räume beitragen, werden vor Ort nicht nur besser akzeptiert, sondern auch aktiv unterstützt“, so Wagenknecht.

„Die Umfrage verdeutlicht: Es gibt für die Steigerung der Akzeptanz der Windenergie an Land bessere Ansätze als pauschale Abstandsregegelungen“, kommentiert Katherina Reiche das Ergebnis. Die Bundesregierung sollte es zum Anlass nehmen, Alternativen zum geplanten Mindestabstand zu entwickeln, so die Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU). Für die Stadtwerke sei der Befund zentral, dass es akzeptanzsteigernd ist, wenn Windenergieprojekte von regionalen oder lokalen Akteuren umgesetzt werden.

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Carsten Kloth
Keywords:
Windkraft Onshore | Windenergieanlagen
Ressorts:
Markets

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