Energiewende
19.11.2019

Studie: Besser mit Wind- und Solarstrom dekarbonisieren

Foto: Solarpark
Sieht nur nach viel aus: Photovoltaik braucht zur Energieproduktion vergleichsweise wenig Fläche.

Erneuerbare Energien auf Strom-Basis sind für Umwelt und Gesundheit am besten, zeigt eine Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Verbrennungstechniken mit CCS oder Biomasse würde mehr belasten.

Das Verbrennen von Kohle, Öl oder Erdgas ist "out", wenn die Erde klimaneutral werden soll – aber welche Technologien sollen an die Stelle der fossilen Brennstoffe treten? Die Vor- und Nachteile verschiedener Wege zur Dekarbonisierung versuchte jetzt ein Forscherteam unter Leitung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zu beziffern.

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Das Ergebnis: Eine Energiewende hin zu Strom aus Sonne und Wind bringt die meisten Vorteile für die Gesundheit von Mensch und Planet.

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Gesundheit der größte Gewinner

Die Studie berücksichtigt nicht nur die direkten Emissionen der Erzeugungs-Anlagen, sondern auch die Gewinnung von Mineralien und Brennstoffen für deren Bau und Betrieb bis hin zu den Flächen für die Strom-Infrastruktur. Betrachte man das Gesamtbild, so sei es "für Mensch und Umwelt am besten, hauptsächlich auf Windkraft und Sonnenenergie umzustellen", erklärte Leitautor Gunnar Luderer vom PIK.

Für den Forscher ist die menschliche Gesundheit der größte Gewinner der Dekarbonisierung. Ein Umsteuern zu erneuerbaren Energien könne die negativen Wirkungen der Stromerzeugung auf die Gesundheit um bis zu 80 Prozent reduzieren, so Luderer. Das liege vor allem an der geringeren Luftverschmutzung, weil das Verbrennen von Kohle und Öl wegfällt.

Sauberer als CCS und Biomasse

"Zudem sind die Lieferketten für Wind- und Solarenergie viel sauberer als der Abbau von Kohle und das Bohren nach Öl – und auch sauberer als die Erzeugung von Bioenergie", meinte Luderer.

Die jetzt im Fachmagazin Nature Communications veröffentlichte Studie vergleicht drei Szenarien, um den Stromsektor bis 2050 zu dekarbonisieren. Das erste setzt hauptsächlich auf Solarenergie und Windkraft, das zweite auf eher konventionelle Kraftwerke, die das CO2 abscheiden und speichern oder die mit sogenannter Bioenergie betrieben werden. Das dritte Szenario setzt auf eine Mischung der Technologien.

In allen drei Szenarien steigt auf jeden Fall der Flächenbedarf für die Stromerzeugung, am meisten beim Einsatz von Bioenergie. "Pro Kilowattstunde Strom aus Bioenergie braucht man hundertmal mehr Land als für die gleiche Menge Energie aus Solarmodulen", erläuterte Studien-Mitautor Alexander Popp vom PIK.

"Ganz ohne ganz Bioenergie geht es nicht"

Auch wenn die Studie gute Argumente für einen schnellen Umstieg auf Erneuerbare liefere – man müsse sich zugleich bewusst sein, dass diese neue  Energiewirtschaft "mehr Land und mineralische Ressourcen benötigt", betonte Luderer. Um die negativen Auswirkungen zu begrenzen, ist aus seiner Sicht eine intelligente Energiepolitik nötig.

Simone Peter, Chefin des Bundesverbands Erneuerbare Energie, gab zu Bedenken, dass es ganz ohne Bioenergie nicht gehen werde. Das gelte für alle Sektoren, besonders aber für den Verkehr und das Heizen, so Peter. "Die planbare und flexibel steuerbare Einspeisung sowie ihre Speicherfähigkeit macht die Bioenergie zum wichtigen Partner in der Energieversorgung der Zukunft."

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Jörg Staude
Keywords:
erneuerbare Energien | Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung | CCS | Bioenergie
Ressorts:
Technology
 

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