Elektromobilität
17.04.2020

Studie: Engpässe an E-Tankstellen ab 2022 möglich

Foto: iStock
Autofahren mit Ökostrom – in der Theorie eine tolle Sache.

Nach der Pandemie könnte sich die Autobranche mit der E-Mobilität und einer aufgestockten Kaufprämie aus der Krise ziehen. Doch dabei könnten öffentliche Ladesäulen fehlen, legt eine im Auftrag des Energieversorgers EnBW erstellte Studie nahe.

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Wenn ab Anfang Mai alle Autohäuser wieder öffnen können – wer weiß, vielleicht erlebt Deutschland dann endlich den ersehnten Boom bei den E-Autos. Um die deutsche Kernbranche nach dem Corona-Stillstand wieder ins Rollen zu bringen, ergeht der Ruf nach einer "Verschrottungsprämie 2.0".

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Milliarden für den Absatz von Diesel- und Benzin-Pkw lockerzumachen wie noch bei der Prämie 1.0 im Jahr 2009 ist jetzt aber nicht mehr zeitgemäß – wegen des Klimaproblems. Zudem hat die Autoindustrie ein Interesse daran, die aus demselben Grund teuer entwickelten E-Mobile an die Kunden zu bringen.

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Autoexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management plädierte jüngst laut Medienberichten dafür, die bestehende Umweltprämie von 6.000 Euro um "vielleicht" 4.000 Euro aufzustocken. Die dann 10.000 Euro schwere Prämie würde, so Bratzel, "viele Elektrofahrzeuge sehr günstig werden lassen".

Genügend E-Ladesäulen in Wohnungsnähe?

Eine derart hohe E-Auto-Prämie könnte auch das Interesse an einer jetzt veröffentlichten Studie der Deutschen Energieagentur (Dena) beleben. Im Auftrag des Stromriesen EnBW hatten die Dena und das Beratungsinstitut Prognos vor der Corona-Zeit die beliebte Frage untersucht, ob die steigende Zahl von E-Autofahrern künftig auch genügend E-Ladesäulen in Wohnungsnähe vorfindet.

Bekanntlich sind es hiesige Autofahrer nicht gewohnt, an der Tankstelle lange zu warten. Das Lade-"Problem" gilt – neben der geringeren Reichweite – als Haupthindernis für die Akzeptanz der Stromautos.

Das gefühlte Problem einzukreisen, war für die Studie nicht ganz einfach. Auch, weil der Masterplan Ladeinfrastruktur der Bundesregierung in diesem und dem nächsten Jahr zusammen 50.000 öffentliche Ladepunkte schaffen will.

Gebäude ist nicht gleich Gebäude

Und so fragen sich die Studienautoren zunächst, ob allein schon der deutsche Gebäudebestand das Potenzial hat, 2030 den Strombedarf der dann erwarteten sieben bis zehn Millionen E-Autos zu decken, sofern 85 Prozent aller Ladevorgänge an privaten Ladepunkten stattfinden würden.

Gebäude ist dabei nicht gleich Gebäude, wie die Studie anmerkt. Deutschland verfüge zwar über acht bis zwölf Millionen potenzielle private Ladepunkte in Häusern mit ein oder zwei Wohnungen. In Häusern jedoch, die drei oder mehr Wohnungen haben, könnten nur eine halbe Million bis knapp zwei Millionen Ladepunkte verfügbar sein.

Bildlich gesprochen: Da kommt der stolze E-Autobesitzer in seine Plattenbausiedlung heim und findet entweder gar keinen oder keinen freien Ladepunkt vor.

Die Studie drückt das etwas vornehmer aus: E-Fahrzeugbesitzer in Mehr-Parteien-Gebäuden oder in Wohngebieten ohne Stellplatz, mit angemietetem Stellplatz oder Stellplatz in einer Wohneigentümergemeinschaften könnten dann ohne einen E-Ladepunkt in der Nähe dastehen.

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Keywords:
Ladesäulen | Elektromobilität | Ladeinfrastruktur
Ressorts:
Technology | Markets
 

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