Finanzen
09.04.2019

Studie: Klimawandel zwingt Investoren zum Umdenken

Foto: iStock
Starkrege und Hochwasser gehören zu den Wetterextremen, die durch den Klimawandel verstärkt auftreten.

Die Erderwärmung hat Folgen für Anleger – ihre Renditen geraten in Gefahr. Doch die Investoren können etwas dagegen tun.

Der Klimawandel wird erheblichen Einfluss auf die zu erwartenden Renditen von institutionellen Anlegern haben. Bei einer Erwärmung über zwei Grad sind bereits mittelfristig deutlich negative Effekte zu erwarten. Durch eine Ausrichtung auf nachhaltige Anlagen können diese Auswirkungen jedoch gedämpft werden – so das Ergebnis einer Studie der US-Unternehmensberatung Mercer.

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Die Studie betrachtet drei Szenarien für den Klimawandel: eine durchschnittliche Erwärmung um zwei, drei und vier Grad im Vergleich zu vorindustriellen Niveaus. Diese werden über Zeiträume bis 2030, 2050 und 2100 betrachtet, um die Auswirkungen von Naturkatastrophen und Ressourcenverfügbarkeit aufzuzeigen. Investoren sollen so das finanzielle Risiko des Klimawandels in Bezug auf ihr Gesamtportfolio sowie über alle Anlageklassen und Industriesektoren hinweg erfassen können.

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Aktiv auf Zwei-Grad-Szenario hinarbeiten

Eine zentrale Schlussfolgerung sei, dass Investoren aktiv auf ein Zwei-Grad-Szenario hinarbeiten müssten, sagt Helga Birgden, verantwortlich für den Bereich nachhaltige Investments bei Mercer: „In fast allen Anlageklassen, Regionen und Zeiträumen zeigen unsere Analysen, dass die zu erwartenden Renditen im Zwei-Grad-Szenario deutlich besser ausfallen als bei einer Erwärmung von drei oder vier Grad. Außerdem bietet der dafür notwendige Übergang zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft und Gesellschaft neue Anlagechancen.“

So könne eine stärkere Berücksichtigung nachhaltiger Anlagen im Portfolio die Renditen verbessern. „Die Ergebnisse unserer Studie sind sehr deutlich und bestärken die Schlussfolgerungen unseres Reports aus dem Jahr 2015, dass alles dafür getan werden muss, um ein Szenario deutlich unterhalb von zwei Grad zu erreichen“, sagt Birgden.

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Nachhaltige Investments im Fokus

„Wir sehen ein deutlich gesteigertes Interesse an nachhaltigen Investmentlösungen, kundenübergreifend von Pensionskassen, Versorgungswerken aber auch von Versicherungen und sonstigen institutionellen Anlegern“, sagt Charles Goettmann, Leiter der Investmentsparte bei Mercer in Europa. Der Klimawandel fordere von europäischen Investoren nicht nur einen individuellen Beitrag, sondern biete darüber hinaus attraktive Investmentmöglichkeiten.

Die Mercer-Studie empfiehlt Anlegern, dabei eine aktive Rolle einzunehmen und den Übergang zu einem Zwei-Grad-Szenario mitzugestalten. Dazu gehöre auch, Druck auf Regierungen auszuüben, damit diese schnell an der Umsetzung des Pariser Abkommens weiterarbeiten und sich auch darüber hinaus mit dem Klimawandel befassen.

Carsten Kloth
Keywords:
Klimawandel | Investments
Ressorts:
Finance

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