Wasserstoffmobilität
15.03.2016

Studie: Rund 190 Wasserstofftankstellen in Deutschland möglich

foto: Wikipedia
Wasserstofftankstelle in Berlin.

In der Bundesrepublik gibt es genug Flächen, die für die Erzeugung von grünem Wasserstoff zur dezentralen Versorgung von Tankstellen geeignet sind. Das hat eine Analyse von ABO Wind ergeben, die der Projektierer am heutigen Mittwoch bei der IRES-Konferenz in Düsseldorf vorstellt.

 

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Entlang deutscher Autobahnen ist genug Fläche vorhanden, um bis zu 191 Tankstellen für grünem Wasserstoff zu bauen. Das hat eine noch unveröffentlichte Abschlussarbeit an der Universität Mainz für den Windprojektierer ABO Wind ergeben, die ab dem heutigen Mittwoch auf der internationalen Speichermesse IRES in Düsseldorf vorgestellt wird.

Die Studie hat dafür mögliche Standorte für Erneuerbare-Energien-Anlagen, vorzugsweise Windkraftanlagen, identifiziert. Ziel der Analyse war es, zu zeigen, dass in Deutschland eine flächendeckende Versorgung mit dezentral erzeugtem grünen Wasserstoff möglich ist und hierfür geeignete Standorte zu identifizieren. Das Ergebnis: Mindestens alle 70 Kilometer dürften aus rechtlicher und naturschutzfachlicher Sicht entlang der Autobahn Erneuerbare-Energien-Anlagen gebaut werden.

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Mittels Elektrolyse könnte dann der dort produzierte Ökostrom in grünen Wasserstoff umgewandelt werden. Wo keine Windanlagen installiert werden dürfen, sollen PV-Parks oder Wasserkraftanlagen den für die Wasserstoffherstellung nötigen Grünstrom liefern. 

Ein erstes Projekt im hessischen Kirchheim ist bereits in Planung. Der Projektierer ABO Wind plant dort drei Windanlagen mit einer Leistung von je 3,3 Megawatt. Zunächst würde dort mit einem kleinen Elektrolyseur täglich genug Wasserstoff für sechs bis acht Brennstoffzellen-Fahrzeuge produziert werden können.

Um die Klimaschutzziele im Verkehrssektor zu erreichen, fördert die Bundesregierung grünen Wasserstoff mit insgesamt 161 Millionen Euro. Bis Ende 2016 sollen in Deutschland laut Plänen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) insgesamt 50 Wasserstoff-Tankstellen aufgestellt werden.
Seitens der Industrie hat sich der Zusammenschluss „H2 Mobility“, darunter die Linde AG, Shell und Daimler, zum Ziel gesetzt, bis 2023 rund 400 Wasserstofftankstellen an Deutschlands Straßen aufzustellen.
Bislang stehen in Deutschland rund 30 Wasserstofftankstellen. Das geht aus einer Auswertung von H2stations.org geht hervor, einer Website von Ludwig-Bölkow-Systemtechnik (LBST) und TÜV Süd.

Jörg Wirtz, Projektleiter Zukunftsenergien bei ABO Wind, sieht großes Potenzial für den CO2-freien Kraftstoff. Die Zahl der in der Studie identifizierten 191 Standorte könnte noch erhöht werden, glaubt er. Insbesondere in Süddeutschland böten freie Flächen entlang der Autobahn zusätzlichen Platz für neue Solarkraftwerke, die dann den grünen Kraftstoff liefern könnten, sagt Wirtz. „Solarstrom kostet nach den ersten Ausschreibungsrunden rund 8,5 Cent pro Kilowattstunde“, erklärt er. „Das macht Sonnenstrom fast so  wettbewerbsfähig wie Windstrom.“

Jana Kugoth
Keywords:
Wasserstofftankstellen | Wasserstoff | Windstrom | Ökostrom | Sonnenstrom | Elektrolyse | ABO Wind
Ressorts:
Governance | Markets

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