Elektromobilität
19.03.2015

Studie: Weltweit bald eine Million E-Autos

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Ein Leaf zapft Strom; laut Hersteller benötigt das vollständige Aufladen an der heimischen Steckdose zehn Stunden, Schnelladesäulen schafften 80 Prozent in 30 Minuten.

Im vergangenen Jahr wurden global 320.000 Elektroautos neu zugelassen. Der Markt für Lithium-Ionen-Zellen könnte in fünf Jahren auf etwa 15 Milliarden Euro anwachsen.

Weltweit fahren mehr als 740.000 Elektroautos auf den Straßen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW). 2014 wurden demnach insgesamt etwa 320.000 elektrisch betriebene Fahrzeuge neu zugelassen.

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„Wenn sich die Dynamik der vergangenen Jahre fortsetzt, wird bereits in wenigen Monaten die Marke von weltweit einer Million E-Autos übertroffen sein", sagt Prof. Werner Tillmetz, ZSW-Vorstandsmitglied.

Die Entwicklung bescherte dem Zulieferermarkt für Auto-Akkus im vorigen Jahr Umsätze von rund zwei Milliarden Euro, so die ZSW-Studie. Die Autoren prognostizieren dem Markt mit Lithium-Ionen-Zellen ein Wachstum auf etwa 15 Milliarden Euro bis 2020.

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Nissan weiterhin Spitzenreiter

Führende Hersteller sind Nissan, General Motors (GM), Toyota, Mitsubishi und Tesla. Verkaufsschlager ist der Nissan Leaf, seit 2010 seien davon über 150.000 Stück neu zugelassen worden. GM komme mit dem Chevrolet Volt in dem selben Zeitraum auf fast 75.000. Toyota verkaufte seinen Prius Plug-In mehr als 60.000 mal.

Erster deutscher Hersteller in der Spitzengruppe ist BMW, 15.000 i3-Modelle sind weltweit bereits unterwegs. Dies sei umso bemerkenswerter, so das ZSW, da der BMW i3 im Gegensatz zu den anderen Stromern erst seit gut einem Jahr zu kaufen ist.

Die drei meistverkauften Modelle des vergangenen Jahres sind der Nissan Leaf (57.000), das Tesla Model S (28.000) und der Mitsubishi Outlander Plug-In (26.000).

Hauptabsatzmärkte für Elektroautos sind die USA, Japan und China. Allein in den Vereinigten Staaten sind knapp 117.000 Stromer neu zugelassen worden. Die Studie macht für die erfolgreiche Entwicklung der Elektromobilität im Wesentlichen Marktanreizprogramme der jeweiligen Länder verantwortlich.

Prozentual betrachtet ist Norwegen mit einem Anteil von gut 1,6 Prozent Elektroautos am Pkw-Gesamtbestand des Landes weltweiter Spitzenreiter. Deutschland komme dagegen nur auf einen Anteil von 0,07 Prozent. 

Die Berechnungen des ZSW basieren auf Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts sowie internationaler Behörden und Verbände. Zudem seien nicht nur reine Elektroautos erfasst worden, sondern auch Range Extender und Plug-In Hybride.

Günstiges Öl und ein niedriger Euro könnten den Autokonzernen auch in den kommenden Jahren wachsende Absätze bescheren, zeigt dagegen eine kürzlich veröffentlichte Prognose des Automobil-Experten Prof. Ferdinand Dudenhöffer. Alternative Antriebe werden demnach dabei noch lange keine große Rolle spielen. Den Artikel lesen Sie hier.

 
Daniel Zugehör
Keywords:
ZSW | Elektromobilität | Elektroautos | E-Autos | Nissan Leaf | Tesla Model S | BMW i3 | Bestandszahlen
Ressorts:
Technology | Markets

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