Flüssigerdgas
25.02.2019

Studie: Weltweiter Bedarf an LNG steigt

Foto: Nauticor (Teaser-Foto: iStock)
Am 8. Februar 2019 fand die Taufe des weltweit größten LNG-Bunkerschiffes im Hamburger Hafen statt.

Die Nachfrage nach dem Flüssigerdgas LNG wächst, prognostiziert eine Studie des Energiekonzerns Shell. Vor allem Asien hat Bedarf – es drohen sogar Engpässe.

Die große Nachfrage in Asien hat 2018 für starkes Wachstum beim Verbrauch von LNG gesorgt – insgesamt stieg sie um 27 Millionen auf 319 Millionen Tonnen. Bis 2020 erwartet der Energiekonzern Shell einen weiteren Nachfrageschub auf 384 Millionen Tonnen. So das Ergebnis seines globalen LNG Outlook.

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In diesem Jahr wird der Studie zufolge das globale LNG-Angebot um 35 Millionen Tonnen zunehmen. Es sei davon auszugehen, dass diese zusätzlichen Mengen vollständig von Asien und Europa verbraucht würden. Shell erwartet sogar, dass es Mitte der 2020er zu Engpässen bei der Versorgung kommen könne.

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Australien und Katar exportieren am meisten

„Chinas anhaltend steigende LNG-Importe haben in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, die Luftqualität in einigen der größten Metropolen zu verbessern“ sagt Shell-Direktor Maarten Wetselaar. Die Importe der Volksrepublik sind 2018 um 16 Millionen Tonnen gestiegen – ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Der Nachfrageschub aus Asien in 2018 hat unsere Erwartungen erneut übertroffen. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt”, so Wetselaar.

Beim Angebot hat Australien zum bisherigen LNG-Exportweltmeister Katar aufgeschlossen. Im laufenden Jahr erwartet Shell einen weiteren Anstieg der australischen LNG-Exporte um zehn Millionen Tonnen.

Der LNG-Handel ist seit dem Jahr 2000 von 100 Millionen Tonnen auf 319 Millionen Tonnen im Jahr 2018 gestiegen. Verglichen mit Diesel verursacht das Flüssig-Erdgas bis zu 25 Prozent weniger C02. Neben der Nutzung in Kraftwerken könnte es deshalb im Schwerlastverkehr und in der Schifffahrt den Ausstoß des Treibhausgases deutlich senken.

LNG in Deutschland umstritten

Hierzulande gibt es eine Debatte um die verstärkte Nutzung von LNG. In Hamburg wurde kürzlich die „Kairos“ getauft, eines der größten LNG-Bunkerschiffe der Welt. Sie soll Ostsee-Häfen mit Flüssigerdgas für Schiffsantriebe beliefern. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will den Aufbau einer LNG-Infrastruktur vorantreiben. Bislang gibt es in Deutschland kein Terminal, über das verflüssigtes Erdgas – insbesondere aus den USA – importiert werden könnte.

Doch daran entzündet sich auch Kritik: US-amerikanisches Erdgas wird vor allem mit Hilfe der der Fracking-Technologie gewonnen, bei der unter hohem Druck Wasser und Chemikalien in tiefe Gesteinsschichten gepresst werden. Die Technologie gilt als extrem umweltschädlich. LNG ist im Vergleich zu konventionell gefördertem und per Pipeline transportiertem Gas klimaschädlicher und teurer.

Umweltorganisationen kritisieren aber nicht nur LNG, sondern lehnen auch neue Pipelines wie North Stream 2 ab. Sie sehen im noch verbleibenden CO2-Budget keinen Platz für eine stärkere Rolle von Erdgas, wenn die Pariser Klimaziele erreicht werden sollen.

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Carsten Kloth
Keywords:
LNG | Flüssigerdgas
Ressorts:
Markets

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