Europäische Union
26.08.2013

Subvention für Biokraftstoffe niedriger als gedacht

Foto: Crop Energies
Bioethanolanlage Wanze

Die jährlichen Subventionen für Biodiesel und Ethanol in der EU liegen rund 50 Prozent niedriger, als von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen behauptet. Diese hatten mit Verweis auf eine Studie von einer Summe von zehn Milliarden Euro gesprochen. Die Zahlen erwiesen sich nun als fehlerhaft.

Schon seit Jahren gehen einige Umweltschutz- und Entwicklungshilfeorganisationen gegen die Biokraftstoffbranche vor. Aus ihrer Sicht bedroht die zunehmende Produktion von Agrarsprit aus Mais oder Getreide die Nahrungsmittelversorgung. Auch stellen sie die Klimabilanz des Grünsprits infrage. Ihre Kritik richtet sich zudem gegen die Subventionen, die Hersteller von Biokraftstoffen in Form von Steuererleichterung oder gesetzlichen Auflagen zum Beimischen von Biodiesel oder Ethanol erhalten.

Anzeige

Eine von verschiedenen Nichtregierungsorganisationen beauftragte Studie der Global Subsidies Initiative (GSI) kam in diesem Frühjahr zu dem Ergebnis, dass Biodiesel in der EU pro Jahr mit mehr als zehn Milliarden Euro subventioniert wird. Die Studie bezog sich auf Zahlen aus dem Jahr 2011.  

Anzeige

Zahlreiche Fehler

Der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) zweifelte die Zahlen der GSI an und ließ diese vom Beratungsunternehmen Ecofys überprüfen. Dieses fand in einer ersten Analyse zahlreiche Fehler. 

Das GSI gab inzwischen eine korrigierte Fassung der Studie heraus. Die jährlichen Beihilfen für Biodiesel und Bioethanol liegen demnach zwischen 5,5 und 6,6 Milliarden Euro und damit bis zu 50 Prozent unter den ursprünglichen Angaben. Laut den Autoren sei vor allem das Volumen der Steuererleichterungen um 3,7 Milliarden Euro zu hoch angesetzt worden. Nach den aktuellen Zahlen summieren sich die Steuererleichterungen für Biodiesel und Ethanol in den EU-Staaten auf zwei Milliarden Euro. Die Bundesregierung fördert grüne Kraftstoffe pro Jahr mit rund 64 Millionen Euro. An den anderen Zahlen, etwa bezüglich der Beihilfen über das Beimischen der Biokraftstoffe, hält die GSI aber fest.

Beratung im EU-Parlament

Der VDB forderte Vertreter von Nichtregierungsorganisationen nun auf, die ursprünglichen Zahlen aus der GSI-Studie nicht mehr zu verbreiten. Für die Branche steht viel auf dem Spiel. Anfang September berät das EU-Parlament über die künftige Förderung der Biokraftstoffe. Mehrere EU-Parlamentarier hatten zuletzt ein Überdenken der Grünspritstrategie gefordert, auch mit Verweis auf die milliardenschweren Subventionen.

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
EU | Biokraftstoffe | EU-Kommission
Ressorts:
Governance

Neuen Kommentar schreiben

 

Newsletter bestellen – Wunschausgabe erhalten

Jetzt den wöchentlichen
Newsletter bizz energy weekly abonnieren
und eine Ausgabe
Ihrer Wahl kostenlos erhalten.

Hier geht es zur Aktion!

 
 

bizz energy Research

Energie, Digitalisierung und Mobilität.
Unsere Factsheets bieten visualisierte Daten, liefern Fakten und stellen Zusammenhänge zu den Top-Themen der Energiewende dar.


Mehr Informationen