Großbritannien
06.08.2013

Systemfehler in Erneuerbarenförderung

Mittelgroße Anlagen zur Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien haben es in Großbritannien schwer, in den Genuss staatlicher Förderung zu kommen. Ein Bericht des Parlamentes fordert die Regierung nun zum Handeln auf. Vorbild soll die britische Schiefergasförderung sein.

In Großbritannien fallen lokale Projekte für erneuerbare Energien mit einer Größe von 10 bis 50 Megawatt bei der staatlichen Förderung durchs Netz. Dies ist das Ergebnis eines Berichtes des britischen Parlamentsausschuss für Energie und Klimawandel. 

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Die britische Regierung fördert kleinere Grünstrom-Projekte mit einer Einspeisevergütung. Großprojekte ab 50 Megawatt unterstützt London mit einem Differenzkontrakt. Das Modell gewährt Betreibern einen Bonus, wenn der Verkaufserlös einen bestimmten Wert unterschreitet. Liegt der Preis über dem festgesetzten Niveau, muss der Betreiber die Differenz zurückzahlen.

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Staatsbank soll helfen

Das Problem etwa für Solaranlagen  zwischen 10 und 50 Megawatt, wie sie auf Schulen, anderen öffentlichen Gebäuden oder Betrieben entstehen könnten: Sie sind zu groß, um den Einspeisetarif zu bekommen und zu klein für das System der Differenzkontrakte. Zudem müssen Betreiber laut Bericht lange auf einen Netzanschluss warten. 

Die Autoren schlagen nun vor, dass die staatliche Investitionsbank Betreibern bei Finanzierung und Projektmanagement hilft.  

Die Regierung sollte sich ein Vorbild an ihrer eigenen Förderpolitk für Schiefergass nehmen, so die Autoren. London hatte kürzlich sehr großzüge Anreize für Förderunternehmen eingeführt. „Für uns ist Schiefergas in erster Linie ein Beitrag zur Versorgungssicherheit und keine Frage des Preises“, sagte der britische Energieminister Ed Davey im Interview mit BIZZ energy today.

Dörte Thyes
Keywords:
Ed Davey | Großbritannien | Energiemarktreform | Schiefergas | International
Ressorts:
Governance

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