Elektromobilität
08.08.2018

Comfortcharge: Telekom macht jetzt Dampf bei E-Ladepunkten

Foto: Deutsche Telekom
Im Herbst soll der Rollout von Ladestellen an den „grauen Kästen“ beginnen – vor allem dann, wenn dort ohnehin Bauarbeiten geplant sind.

Die Telekom will mithilfe des Infrastrukturdienstleisters Deutsche Funkturm im Herbst mit der Umrüstung von Verteilerkästen zu Ladepunkten beginnen. Doch das Projekt Comfortcharge ist offenbar mit heißer Nadel gestrickt.

Anfang Juli hieß es bei der Deutschen Telekom auf Anfrage von bizz energy, es gebe noch keinen Internet-Auftritt der Ladetochter Comfortcharge. Diese hatte die Telekom im Januar 2018 gegründet – mit dem Ziel, ihre grauen Verteilerkästen am Straßenrand zu Ladepunkten für Elektroautos umzurüsten.

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Doch nun kommt die Telekom offenbar in die Gänge: Der Comfortcharge-Webauftritt ist seit August freigeschaltet. Auf der neuen Homepage verkündet das Tochterunternehmen, von Herbst an mit dem Rollout von Ladestellen mit elf Kilowatt (kW) Leistung an jenen grauen Verteilerkästen starten zu wollen, die „über eine eigene Stromversorgung verfügen“. Die Ladepunkte sollen mit jeweils ein bis zwei Typ2-Anschlüssen versehen werden.

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„Dabei priorisieren wir im Allgemeinen Standorte, an denen ohnehin Baumaßnahmen geplant sind“, heißt es. Dadurch werde ein „effizienter Ausbau“ sichergestellt. Ein weiteres Kriterium für den Rollout sei die Förderung aus öffentlichen Programmen. Allerdings hinkt das Unternehmen seinen Zielen hinterher: Eigentlich hatte der Rollout bereits im April beginnen sollen, es sind bis dato aber erst zwei Prototypen in Betrieb. Über die Hürden hatte bizz energy berichtet.

Vorsitzender Geschäftsführer von Comfortcharge ist Bruno Jacobfeuerborn, der von 2012 bis Ende 2017 bei der Telekom den Posten des Technologiechefs innehatte. Seit Januar 2017 ist er Chef der Deutschen Funkturm (DFMG), die zur Telekom gehört und bundesweit etwa 28.000 Funkstandorte betreibt – unter anderem für Mobilfunkanbieter und Rundfunksender. Die DFMG unterstütze die Telekom „maßgeblich“ beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, heißt es auf der DFMG-Homepage

Städte und Kommunen mit Interesse bittet Comfortcharge um Geduld: Die Prüfung, ob sich im jeweiligen Ortsgebiet geeignete Verteilerkästen mit ausreichender Stromversorgung befinden, nehme „aufgrund der Vielzahl von Anfragen ein paar Tage in Anspruch“.  

Parallel dazu werde Comfortcharge ein „überwiegend urbanes“ Schnelladenetz aufbauen, und zwar zunächst mit zwei Punkten pro Ladestelle mit einer Leistung von bis zu 150 kW. Elektrofahrzeuge sollen dort 100 Kilometer Fahrtstrecke in neun Minuten tanken können. Außerdem bietet Comfortcharge Flottenbetreibern an, eine Infrastruktur aufzubauen. Die dafür notwendige Hardware könne wahlweise auch den Kunden gehören.

Bei der Telekom selbst ist die Existenz der neuen Tochter offenbar noch nicht überall durchgedrungen: Ein Anruf am 8. August bei der Telefonnummer im Impressum von Comfortcharge landet in der Telekom-Telefonzentrale in Bonn – dort ist die Firma Comfortcharge zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.

Lesen Sie auch: Verteilerkästen als Ladesäulen – Telekom-Projekt lahmt

Christoph Jehle, Jutta Maier
Keywords:
Elektromobilität | Ladeinfrastruktur | Telekom | Verteilerkästen
Ressorts:
Technology | Markets

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