Tennet hofft in Deutschland auf ein marktorientiertes Strommarktdesign, so der Konzern in einem heute veröffentlichten Bericht. In den kommenden zehn Jahren will der Netzbetreiber deshalb 12 bis 14 Milliarden Euro in den Ausbau deutscher Stromtrassen stecken. 90 Prozent des Geldes sollen in neue Projekte fließen, 10 Prozent in Instandhaltung und Modernisierung bestehender Anlagen.

Der niederländische Konzern unterstützt damit die Linie von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). Sein im Oktober 2014 veröffentlichtes "Grünbuch" sieht einen massiven Ausbau des deutschen Stromnetzes vor. 

Nach Plänen von Tennet sollen insbesondere die Offshore Windparks in der Nordsee in das Stromnetz eingebunden werden: „Wir erwarten, bis 2019 genügend Anbindungskapazität für 7.100 Megawatt Offshore-Windenergie zu errichten“, sagt Tennet-Vorstand Lex Hartman. „Damit erfüllen wir die Offshore-Ziele der Bundesregierung für 2020 bereits frühzeitig."

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Indes diskutieren Bundesregierung, Länder und Verbände weiter über die Zukunft des deutschen Strommarkts. Die Frage, ob zukünftig ein Kapazitätsmarkt die Versorgung absichern soll, ist noch nicht entschieden. Gabriel hat angekündigt, im Mai ein „Weißbuch“ mit konkreten Vorschlägen vorzulegen.

 
Sigmar Gabriel (fotos: PR)