Speichertechnologie
05.01.2018

Tesla baut zweite Riesen-Batterie in Australien

Foto: Tesla Motors/Alexis Georgeson
In Rekordzeit geliefert: Teslas 100 Megawatt-Speicher im Süden Australiens

In Australien hält Elon Musk seine Versprechen: Nachdem er den ersten Batteriespeicher in weniger als 100 Tagen lieferte, hat er für das neueste Tesla-Projekt etwas mehr Zeit.

Die Bewährungsprobe hat Teslas Superspeicher in Australien bereits bestanden: Als im Dezember ein Kohlekraftwerk im Bundesstaat South Australia ausfiel, übernahm der Netzspeicher „Powerpack“ innerhalb von Millisekunden die Energieversorgung und verhinderte einen Stromausfall. Normalerweise springen die Notstromaggregate dort erst nach zehn bis 15 Minuten an. Der gigantische Batteriespeicher ist mit einer australischen Windfarm gekoppelt und gilt als der größte der Welt – mit einer Kapazität von 100 Megawatt kann er mehr als 30.000 Haushalte mit Strom versorgen. 

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Im Nachbarstaat Victoria war man davon offenbar so beeindruckt, dass Tesla dort nun ebenfalls einen Batteriespeicher bauen soll. Dem US-Branchenportal Electrek zufolge wurde Tesla mit dem Bau einer 20 Megawatt-Batterie beauftragt. Sie wird erneut mit einer Windfarm gekoppelt.

Dabei kooperiert Tesla wie schon beim ersten Speicher-Projekt mit dem Windpark-Entwickler Neoen. „Die Leistung des Speichers in Südaustralien ist herausragend“, lobte Neoen-Chef Franck Woitiez.

 

Australien leidet unter Energie-Krise

Das erste australische Speicherprojekt hatte für Aufsehen gesorgt, weil Tesla-Chef Elon Musk über Twitter angekündigt hatte, die Batterie innerhalb von 100 Tagen ans Netz zu bringen können – andernfalls wäre sie gratis. In diesem Fall hielt er Wort – anders als bei der holprig anlaufenden Produktion des E-Autos Model 3: Tesla lieferte er in nur 63 Tagen. In Falle des neuen Speichers kann sich das US-Unternehmen vergleichsweise viel Zeit lassen: Er soll erst in rund 18 Monaten startklar sein. 

Musk fühlt sich offenbar dazu berufen, Australien bei der Bewältigung seiner Energiekrise zu unterstützen. Zuletzt versprach er in einer Fernsehshow, noch härter an der Lösung des Problems arbeiten zu wollen. Der Kontinent war im vergangenen Jahr von einer Reihe von Blackouts betroffen, und vielen Haushalten machen die massiv gestiegenen Preise für Strom und Gas zu schaffen. Auch in Puerto Rico hilft Tesla dabei, die von Hurrikanen zerstörte Stromversorgung wiederaufzubauen. Dazu verbindet das kalifornische Unternehmen seine Powerpack-Batterien mit bereits existierenden Solaranlagen. Die so geschaffenen Microgrids versorgen zwei der karibischen Inseln mit Energie, bis das Hauptstromnetz wieder in Stand gesetzt ist.

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Jutta Maier
Keywords:
Speichertechnologien | Batteriespeicher | Tesla | Elon Musk
Ressorts:
Technology | Markets

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