Elektromobilität
23.11.2016

Tesla hat keine Angst vor Trump

Fotos: flickr/Ted Eytan; Tesla
Elon Musks Luxusmodell: Der Tesla S. Bald sollen E-Mobile günstige Massenware für jedermann sein

Silicon-Valley-Star Elon Musk scheint derzeit nicht zu stoppen: Die Investoren haben seinem Plan zugestimmt, Tesla und SolarCity zu einem integrierten Energiekonzern zu verschmelzen. Selbst der künftige US-Präsident Donald Trump kann den Tesla-Gründer nicht schrecken.

Elon Musk glaubt nicht, dass sein Unternehmen Tesla durch die Wahl von Klimaskeptiker Donald Trump zum US-Präsidenten Schaden nehmen wird. Nachdem die Tesla-Aktionäre vergangene Woche einer Übernahme des Solarinstallateurs SolarCity mit großer Mehrheit zugestimmt hatten, bezog Musk Stellung zu den möglichen Auswirkungen der US-Wahl auf sein Geschäft. „Eines der größten Missverständnisse ist, dass Tesla in hohem Maße von Subventionen und Kaufanreizen abhängig ist“, sagte der Tesla-Chef kampfeslustig.  Und er spitzte seine These noch zu:  Wenn Trump als US-Präsident alle Subventionen streicht, würde das „Teslas Wettbewerbsposition stärken statt schwächen“.

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Wie das? Musk begründet seine überraschende Aussage so: Die Steuergutschrift von 7500 Dollar, die es derzeit in den USA für den Kauf eines Elektroautos gibt, werde für Tesla ohnehin bald irrelevant. In der Tat läuft sie automatisch ab dem zweihunderttausendsten, im Inland verkauften Fahrzeuges aus; sie spielt also keine Rolle mehr für die Massenproduktion. Tesla hat bereits mehr als 100.000 Autos verkauft und wird laut Musk voraussichtlich in der ersten Jahreshälfte von 2018 die Marke von 200.000 Fahrzeugen knacken.

Für den US-Hedgefonds-Manager und Tesla-Kritiker Mark B. Spiegel ist dieser Zeitpunkt trotzdem ein Problem für den E-Auto-Pionier: Just dann beginne die Konkurrenz damit, viele neue Elektromodelle auf den Markt zu bringen – gestützt von dem Steueranreiz. „Das ist ein großer Nachteil für Tesla“, sagte Spiegel zu bizz energy. Aber könnte Trump die Subvention nicht schon früher streichen? Das hält der Hedgefonds-Manager „für unwahrscheinlich, aber möglich.“

Von einem anderen Anreiz hat bisher vor allem SolarCity profitiert: die Steuergutschrift von 30 Prozent für die Installation privater Solaranlagen. Diese Vergünstigung wurde erst Ende 2015 von dem republikanisch dominierten Kongress um fünf Jahre verlängert. „Bis 2020 könnte es sein, dass wieder eine demokratische Regierung an der Macht ist und die Gutschrift verlängert, so dass sie nie weg sein wird“, sagt Spiegel. Elon Musk sieht sein neues, integriertes Unternehmen ohnehin auf gutem Weg in die Unabhängigkeit von solchen Anreizen. „Angenommen, wir machen Solardächer billiger als normale Dächer, dann spielen Subventionen keine Rolle mehr“, sagt Musk mit Blick auf die neuen, aus Glas gefertigten Solar-Dachziegel, die er im kommenden Jahr als erstes Gemeinschaftsprodukt von Tesla/SolarCity auf den Markt bringen will.

 

Stromer schon in fünf Jahren billiger als Benziner?

Sollte die 30-Prozent-Steuergutschrift auf Solaranlagen im kommenden Jahr tatsächlich abgeschafft werden, so geht auch das Finanzportal Bloomberg davon aus, dass sich die Auswirkungen auf Musks Unternehmen in Grenzen halten. Ein solcher Beschloss könne zwar die Markteinführung der neuen Solar-Dachziegel verzögern. Sie würden sich jedoch relativ früh auch ohne Subventionen amortisieren, sollte Tesla die angestrebten Kosteneinsparungen realisieren können. Ähnlich schätzt Bloomberg die Lage bei Elektroautos ein: Selbst wenn Trump die von der Obama-Regierung beschlossenen Beschränkungen beim Treibstoffverbrauch für Fahrzeuge zum Erreichen der Klimaziele verzögere oder aussetze, werde Tesla damit punkten, dass Stromer ab den frühen 2020er Jahren billiger und besser als Benziner sein werden. 

Hinzu kommt, dass die Regeln zur Vergütung des Stroms, den private Solaranlagenbesitzer ins öffentliche Netz einspeisen, in den USA auf bundesstaatlicher Ebene festgeschrieben sind. Trump dürfte darauf keinen Einfluss haben. Außerdem haben sowohl von Demokraten als auch von Republikanern geführte Bundesstaaten individuelle, teilweise sehr hohe Steueranreize für die Installation Solar- und Windenergieanlagen eingeführt. Zum Beispiel bekommen Bürger in Louisiana einen zusätzlichen Steuerrabatt von knapp 10.000 Dollar für den Kauf eines E-Autos mit hoher Reichweite, in Colorado liegt die Gutschrift bei 5000 Dollar.

Jutta Maier
Keywords:
Tesla | Elon Musk | Donald Trump | Elektromobilität | Solarcity
Ressorts:

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