BIZZ Kolumne
17.12.2014

Teyssens Bad Bank

illustration: Valentin Kaden

Unser Finanzkolumnist Gerard Reid analysiert die Reaktionen auf die Ankündigung von Eon zur Konzernspaltung. Diese Zäsur war überfällig.

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Es passiert nicht jeden Tag, dass der Boss eines Großkonzerns ankündigt, sich künftig auf erneuerbare Energien, Netze und Kundenlösungen zu konzentrieren – den wichtigsten Elementen der neuen Energiewelt. Aber: Ist dies für Eon der richtige Schritt? Schwäche – so lautet kurz gesagt die Begründung für diesen Schritt. Eons Kerngeschäft in der Energieerzeugung läuft schlecht und beeinträchtigt den Profit; auch die Investoren machen Druck, weil der Aktienwert seit 2008 um ganze 70 Prozent gefallen ist. Bis zur jüngsten Zäsur dümpelte Eons Marktkapitalisierung lange Zeit unterhalb des Buchwerts, was bedeutet: die Finanzmärkte hielten Eon schlicht für unfähig, seine Anteilseigner glücklich zu machen.

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Der Zehn-Prozent-Anstieg der Aktie in der Woche nach Bekanntgabe der neuen Strategie zeigt, dass Börsianer die Entscheidung goutieren, dass sich Eon in zwei Teile spaltet: eine Company mit größtenteils reguliertem Business und eine „neue Gesellschaft“ – die ein Mix aus schwachem und nicht-reguliertem Geschäft ist. 

Die Summe der Teile schafft eben mehr Wert als ein einzelner Gemischtwarenladen. Im Schnitt werden Unternehmen mit reguliertem Geschäft deutlich höher bewertet; der Unternehmenswert (als Summe von Börsenwert und Nettoverschuldung) liegt beim Elffachen des Rohgewinns (Ebitda). Die aktuelle Eon-Bewertung erreicht lediglich das siebenfache Ebitda. Hier ist also viel Luft nach oben, zumindest in der Theorie.

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Keywords:
Eon | Energiekonzerne | Bad Bank | Johannes Teyssen
Ressorts:
Finance | Markets

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