Agora Energiewende
26.05.2020

Thinktank warnt vor Rekord bei EEG-Umlage

Foto: Istock
Obwohl sie preiswert Strom erzeugen, macht die Corona-Krise die Förderung des Ökostroms teurer

2021 könnte die EEG-Umlage auf 8,6 Cent je Kilowattstunde steigen, warnt der Thinktank Agora Energiewende erneut. Die Bundesregierung müsse diesen Rekordanstieg verhindern.

Infolge der Corona-Krise wird die EEG-Umlage kommendes Jahr um fast 2 Cent auf 8,6 Cent je Kilowattstunde steigen, ergeben heute bekannt gegebende Berechnungen des Thinktanks Agora Energiewende. Als Ursachen führen die Experten an, dass - ausgelöst durch den Preisverfall von Erdgas - bereits vor der Corona-Krise die Börsenstrompreise stark gesunken sind. Dadurch gingen auch die Erlöse zurück, die mit Ökostrom an der Strombörse erzielt werden - im Gegenzug erhöhten sich die Förderzahlungen vom EEG-Konto.

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Desweiteren sei, so der Thinktank, der Stromverbrauch infolge der Corona-Krise stark zurückgegangen. Dadurch fiel zum einen der Börsenstrompreis zusätzlich, zum anderen seien auch die Einnahmen aus der EEG-Umlage zurückgegangen, die auf den verbrauchten Strom erhoben werden - auch diese Effekte müssen durch eine höhere EEG-Umlage 2021 ausgeglichen werden.

Zwar wolle die Bundesregierung, räumt Agora Energiewende ein, 2021 den CO2-Festpreis auf Diesel, Benzin, Heizöl und Erdgas auf 25 Euro je Tonne einführen und mit einem Teil der Einnahmen die EEG-Umlage senken. Dies reduziere die Umlage jedoch nur um 1,5 Cent je Kilowattstunde, so dass diese mit etwa 7,1 Cent im kommenden Jahr über dem derzeitigen Niveau von 6,8 Cent liege.

Zur Gegenfinanzierung höherer CO2-Preis von 50 Euro

Der Thinktank schlägt dazu erneut vor, dass die Bundesregierung die EEG-Umlage im geplanten Corona-Konjunkturpaket mit fünf Cent je Kilowattstunde aus dem Bundeshaushalt bezuschusst. Einen entsprechenden Vorschlag hatte Agora bereits vor zwei Wochen bei der Präsentation eines 100-Milliarden-Konjunkturpakets unterbreitet.

Für den Direktor des Thinktanks, Patrick Graichen, reichen die Einnahmen des 25-Euro-CO2-Preises nicht aus, um die EEG-Umlage 2021 zu senken. Ein deutlich niedrigerer Strompreis sei bei den aktuellen Börsenstrompreisen und durch die Corona-Effekte nur mit einem gezielten Zuschuss aus dem Bundeshaushalt realisierbar.

Nach den Angaben von Agora Energiewende würde der Bundeshaushalt bei einer Umlage-Senkung von fünf Cent 2021 mit rund 12 Milliarden Euro plus einer Milliarde Euro für die entgangene Mehrwertsteuer belastet. Von 2022 an könnte dann ein CO2-Preis von rund 50 Euro pro die nötige Gegenfinanzierung liefern. Mit weiteren Bundesmitteln wäre sogar die komplette Abschaffung der EEG-Umlage denkbar. Allerdings ist im Klimapaket für 2022 bislang ein CO2-Preis von 30 Euro vorgesehen.

Graichen hält den Aufschlag beim CO2-Preis auf 50 Euro wegen der extrem niedrigen Preise an den Zapfsäulen möglich, auch seien die Öl- und Gaspreise stark gesunken. "Ein CO2-Preis in der Größe von 50 Euro pro Tonne würde für Verbraucherinnen und Verbraucher lediglich bedeuten, dass bei Heizöl, Erdgas, Diesel und Benzin die Vor-Corona-Preise wieder gelten", erläutert Graichen. Gleichzeitig kämen die Leute aber in den Genuss spürbar sinkender Strompreise.

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Jörg Staude
Keywords:
EEG-Umlage | CO2-Preis | Strompreis
Ressorts:

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