Elektromobilität
20.12.2017

Toyota fördert Brennstoffzellen-Technik in Kalifornien

Foto: Toyota
Toyota testet einen wasserstoffbetriebenen Lkw im Hafen von Long Beach, Kalifornien. Ein Brenntsoffzellen-Kraftwerk mit Tankstelle kommt nun hinzu.

Toyota setzt auf die Brennstoffzelle – nicht nur im eigenen Land. In Long Beach, Kalifornien, entsteht ein Megawatt-Kraftwerk zur Erzeugung von Strom und Wasserstoff aus Bio-Abfällen. Auch ein eigener LKW soll dort betankt werden.

Nach Unternehmensangaben ist es das weltweit erste Brennstoffzellen-Kraftwerk zur Stromerzeugung im Megawatt-Bereich. Die Anlage in Long Beach im US-Bundestaat Kalifornien trägt den Namen „Tri-Gen“ und soll neben Elektrizität auch Wasserstoff aus Bio-Abfällen produzieren. Ebenfalls geplant ist eine große Wasserstoff-Tankstelle.

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Der japanische Automobilhersteller produziert seit Kurzem die Limousine Mirai, deren Elektromotor mit Wasserstoff betrieben wird. Im Gegensatz zu E-Autos, die ihren Strom in schweren Akkus speichern, haben Brennstoffzellenfahrzeuge ihr eigenes kleines Stromkraftwerk dabei und können binnen Minuten auftanken.

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Schwerlaster soll versorgt werden

Neben dem Mirai will Toyota mit der neuen Anlage auch einen Schwerlaster versorgen, der seit Ende Oktober im Hafen von Long Beach im Alltagsbetrieb getestet wird. Der Brennstoffzellen-Lkw hat dem Unternehmen zufolge mit zwei Brennstoffstellenstacks und einer Batterie mehr als 670 PS. Die Reichweite des bis zu 36 Tonnen schweren Fahrzeugs beträgt 320 Kilometer pro Tankfüllung.

Die Anlage „Tri-Gen“ soll ab 2020 rund 2,35 Megawatt Strom und 1,2 Tonnen Wasserstoff pro Tag erzeugen. Dies entspricht dem Energiebedarf von 2.350 Durchschnittshaushalten und rund 1.500 Fahrzeugen. Die Anlage nutzt ausschließlich nachwachsende Energien vorwiegend aus landwirtschaftlichen Abfällen.

Tri-Gen wurde von Fuel Cell Energy entwickelt. Das Unternehmen ist auf die Errichtung und den Betrieb von Brennstoffzellen-Kraftwerken spezialisiert. Verschiedene US-Behörden und die University of California in Irvine unterstützen den Bau der Anlage. In Kalifornien gibt es bereits 31 Wasserstoff-Tankstellen – etwa so viele, wie zurzeit in ganz Deutschland.

Toyota erwartet "globale Wasserstoffgesellschaft"

Toyota-Manager Takeshi Uchiyamada glaubt, dass Wasserstoff bis 2050 fast ein Fünftel des globalen Energiebedarfs decken könnte. Auf der UN-Klimakonferenz in Bonn hat er den Aufbruch in die „globale Wasserstoffgesellschaft“ verkündet. Uchiyamada führt mit dem japanischen Autokonzern die Industrie-Allianz „Hydrogen Council“ an, zu der unter anderem Daimler, BMW, Audi sowie Shell, Total und der Bergbaukonzern Anglo American zählen. 

Herausforderer wie Tesla-Gründer Elon Musk halten dagegen wenig von dem Energieträger. Kritiker zweifeln an der Wirtschaftlichkeit der energieaufwändigen und noch relativ ineffizienten Elektrolyse-Methode, mit der Wasserstoff aus Strom und Wasser gewonnen wird.

Lesen Sie auch: Toyota-Allianz nimmt neuen Anlauf zu Wasserstoff-Mobilität

Carsten Kloth
Keywords:
Brennstoffzelle | Wasserstoff | Toyota
Ressorts:
Technology

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