Der Stuttgarter Netzbetreiber und die schweizerische Universität wollen im gemeinsamen Forschungsprojekt mit neuen mathematischen Modellen Vermarktungsstrategien entwickeln, welche die bisher sehr teuren Schwankungen in den Einspeiseprognosen von Solar- und Windenergie bereits im Voraus einbeziehen. Das soll künftig die Kosten des Netzbetriebs senken. 

Übertragungsnetzbetreiber wie TransnetBW, Tennet oder Amprion stellt die Integration des steigenden Ökostrom-Anteils vor immer größere Herausforderungen. „Dem damit einhergehenden Kostenanstieg speziell beim Intra-Day-Handel begegnen wir durch fortlaufende Optimierung unserer Berechnungsmodelle und Prozesse“, erklärt Rainer Joswig, Geschäftsführer der TransnetBW. Mithilfe der Universität Sankt Gallen soll künftig der Kostenanstieg gedämpft werden. 

Einblick in die Strommarkt-Praxis

Die Universität Sankt Gallen bekommt im Gegenzug tieferen Einblick in die Vermarktungsmechanismen in der Praxis. Karl Frauendorfer, Direktor des Instituts für Operations Re-search und Computational Finance, erhofft sich so etwa neue Erkenntnisse, darüber, wie sich der grenzüberschreitende Stromhandel auf den Intra-Day-Handel auswirkt.  

In Deutschland ist die Integration erneuerbarer Energien durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geregelt. Die Übertragungsnetzbetreiber steuern dabei die Energieflüsse und die Vergütungszahlungen. TransnetBW vermarktet dabei in Deutschland nach eigenen Angaben rund 14 Prozent der mit Einspeisevergütungen geförderten Stromerzeugung. Zum Ausgleich der Erzeugungsschwankungen nutzt das Unternehmen als aktiver Handelsteilnehmer verschiedene Marktsegmente der Strombörse EPEX.