In Deutschland wurden 2014 rund 902 Millionen Tonnen klimaschädliche Treibhausgase freigesetzt. Das geht aus einer in Berlin veröffentlichten Berechnung des Umweltbundesamtes (UBA) hervor, die am heutigen Mittwoch der Europäischen Kommission übermittelt wurde.

Darin heißt es: Im Vergleich zum Vorjahr seien die CO2-Emssionen um 4,6 Prozent gesunken. Die Bilanz sei ein „bescheidener Erfolg“, kommentiert Greenpeace Klimaexperte Karsten Smid gegenüber bizz energy. Denn die Reduktion sei nicht die Folge politischer Maßnahmen, sondern auf den milden Winter im Jahr 2014 und den damit geringeren Energieverbrauch im Wärmesektor zurückzuführen. „Der Pariser Klimagipfel hat Deutschland die klare Aufgabe gegeben, seine Klimabilanz zu verbessern“, sagte Smid. „Das muss sich auch in der nationalen Politik widerspiegeln.“

 

Nachholbedarf im Verkehrssektor und der Landwirtschaft

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hat die Rechnung in Auftrag gegeben. Sie sagt: „Die Bereiche Verkehr und Landwirtschaft wurden für den Klimaschutz viel zu lange vernachlässigt.“

Denn im Verkehrssektor stieg der Ausstoß klimaschädlicher Gase laut UBA im Jahr 2014 sogar um 1,2 Prozent auf 161 Millionen Tonnen; die Landwirtschaft verzeichnet einen Anstieg um etwa 2,2 Prozent auf 66 Millionen Tonnen.

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger fordert deshalb: „Wir brauchen dringend eine verkehrspolitische Zäsur.“ Dazu gehöre unter anderem ein besseres Angebot von Bus und Bahn, mehr Elektromobilität für Autos und Fahrräder und eine Förderung von Fuß- und Fahrradverkehr.

(foto: flickr)