Zehn Prozent weniger Neuaufträge als im Vorjahr verzeichnete Siemens 2012. Der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten sank von 7,4 auf 5,2 Milliarden Euro. Siemens-Chef Peter Löscher und sein Finanzvorstand Joe Kaeser präsentierten mit ernsten Gesichtern die Jahresbilanz im Gasturbinenwerk Berlin-Moabit. Zwar stieg 2012 der Umsatz um sieben Prozent auf 78,3 Milliarden Euro. Trotzdem steht dem Konzern ein schwieriges Jahr bevor, weiß Löscher. 

Vor allem die Energiesparte belastet das Konzernergebnis. Dort sank der Auftragseingang um 14 Prozent auf 26,9 Milliarden Euro. „In der Solarbranche etwa gab es zwei große Märkte weltweit“, erklärte Löscher. „Dann wurden Subventionen gekürzt, und die Märkte sind damit weggebrochen.“

Das schlechte Solargeschäft hat der Konzern deswegen ganz gekappt. Was das Solarexperiment insgesamt gekostet hat, darüber hält sich Finanzvorstand Kaeser bedeckt. „Wir werden erst Bilanz ziehen, wenn diese Aktivität veräußert ist“, sagte Kaeser. Noch hofft er auf einen lukrativen Erlös durch den Verkauf der Sparte – angesichts eines Verlusts von 173 Millionen Euro allein im vierten Quartal dürften die Chancen dafür nicht allzu gut stehen.

Im Vergleich zu Konkurrenten wie Alstom oder GE schwächelt der Siemens-Konzern derzeit. „Nachdem wir in den letzten Jahren unsere Performance gegenüber Wettbewerbern stark verbessert hatten, ist uns das im vergangenen Jahr nicht überall gelungen“, gesteht Löscher ein. Mit dem Unternehmensprogramm „Siemens 2014“ möchten die Münchner ihre Ergebnismarge um zwölf Prozent erhöhen und Kosten von sechs Milliarden Euro einsparen. Ob und wie viel Arbeitsplätze für das Programm abgebaut werden müssen, ließ die Unternehmensleitung offen. 

 

 

Siemens-Chef Peter Löscher (rechts) und Finanzvorstand Joe Kaeser (links) präsentieren die Jahresbilanz (Siemens)