Ökostromversorgung
11.06.2013

UBA sieht großes Windpotenzial an Land

Foto: Siemens

Das Umweltbundesamt sieht für die Windenergie an Land ein weit größeres Potenzial als bisher angenommen. Fast 14 Prozent der Landesflächen lassen sich für Windparks nutzen, deutlich mehr als nötig. An der Offshore-Windkraft will Behördenchef Jochen Flasbarth jedoch weiter festhalten.

 

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Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) im Auftrag des Umweltbundesamt (UBA) ließen sich in Deutschland Windanlagen mit einer Leistung von 1.200 Gigawatt installieren, das entspricht in etwa der Kapazität von 1200 mittleren Kohlekraftwerken. Knapp 14 Prozent der Landesfläche könnten für die Windkraft genutzt werden, also ein Gebiet von der Größe Niedersachsens. 

Für eine Vollversorgung mit regenerativen Energien sind laut UBA allerdings deutlich weniger Windenergieanlagen notwendig. In Kombination mit Solaranlagen und anderen Energieträgern reicht demnach eine installierte Windkapazität an Land von 60 Gigawatt – aktuell sind Anlagen mit etwa 30 Gigawatt am Netz. UBA-Chef Flasbarth betont: „Grundsätzlich ist für den Ausbau der Windenergie an Land mehr Platz vorhanden, als wir praktisch brauchen. Wir müssen das Potenzial nur zu einem kleinen Teil ausschöpfen, um unsere Klimaziele zu erreichen.“

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Für die Analyse hat das IWES Windräder an Standorten mit guten Windverhältnissen sowie Schwachwindanlagen kombiniert. Schutzgebiete oder Sicherheitszonen an Flughäfen sind in der Berechnung berücksichtigt. Zudem gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Anlagen bis auf 600 Meter an bebautes Gebiet heranrücken, was gesetzlich möglich ist, vielerorts aber auf Kritik der Anwohner stoßen würde. Allerdings: Wenn der Mindestabstand auf 1.200 Meter wachsen würde, ergebe sich ein Flächenpotenzial von 3,4 Prozent, laut UBA immer noch mehr als genug. 

Flasbarth hält Offshore weiter für nötig

Die Windbranche fordert seit längerem einen Ausbau der Windenergie auf zwei Prozent der Landesfläche. Nördliche Bundesländer nähern sich bereits diesem Wert, die süddeutschen Staaten liegen dagegen deutlich darunter.

Flasbarth wies unterdessen einen Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“  zurück, wonach er wegen des großen Windpotenzials an Land einen Kurswechsel bei der Offshore-Windkraft fordere. „Wir sollten Offshore nicht abschreiben", teilte er über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Eine Kombination der Windenergie an Land mit Photovoltaik und Windenergie auf See sei auch vor dem Hintergrund einer sicheren Stromversorgung sinnvoll.

Allerdings verweist die Behörde auf die günstigen Erzeugungskosten der Onshore-Windanlagen. Diese liegen im Schnitt bei acht Cent pro Kilowattstunde und damit nur unwesentlich über den Kosten von Gaskraftwerken. Die Windenergieproduktion auf See ist noch deutlich teurer, allerdings kommen die Anlagen dort auf wesentlich mehr Betriebsstunden. Derzeit liegen hier die Kosten noch zwischen elf und zwölf Cent pro erzeugter Kilowattstunde.

 

 

 

 

Karsten Wiedemann,
Keywords:
Windenergie | Umweltbundesamt | Jochen Flasbarth | Offshore-Windenergie
Ressorts:
Markets

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