Elektromobilität
07.09.2018

Uber-Flotte: E-Bikes machen Autos Konkurrenz

Fotos: Jump Bikes
Ein E-Fahrrad von Jump Bikes. Uber übernahm den Bike-Sharing-Anbieter im April.

Der Fahrdienst Uber setzt künftig auf elektrische Zweiräder. Vorstandschef Dara Khosrowshahi erwartet, dass Fahrservices mit Pkw bald nur noch die Hälfte des Uber-Umsatzes ausmachen.

Mit seinem Fahrten-Vermittlungsdienst hat Uber in vielen Städten der Welt die klassische Taxibranche an den Rand gedrängt. Nun erwartet das US-amerikanische Unternehmen, dass insbesondere Elektroroller und -fahrräder dem Pkw in den Städten den Rang ablaufen. Und davon will Uber profitieren.

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Es gehe darum, das Auto zu „dekonstruieren“, sagte Uber-Chef Dara Khosrowshahi am Donnerstag auf der Konferenz „Disrupt SF“ des Technologieportals „Techcrunch“ in San Francisco. Zwar würden Mitfahrdienste weiterhin „enormen“ Anteil am Umsatz haben, zitiert Techcrunch den Uber-Chef. Doch die langfristige Vision bestehe darin, Transportmöglichkeiten ohne Passagierautos zu entwickeln, so Khosrowshahi. Er rechnet damit, dass das sogenannte Ride-Hailing, also die per App vermittelte Pkw-Mitfahrgelegenheit, in zehn Jahren weniger als 50 Prozent zum Umsatz beiträgt.

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Roller buchen mit Uber-App

Der Manager, der seit einem Jahr an der Spitze von Uber steht, hat mit der strategischen Verschiebung des Geschäfts bereits angefangen: Unter seiner Führung kaufte das Unternehmen im April den E-Bike-Sharing-Dienst Jump Bikes aus New York – Medienberichten zufolge für eine Summe von mindestens 100 Millionen Dollar. Zuvor investierte es 335 Millionen Dollar in Lime, ein Unternehmen, das elektrische Mini-Roller und E-Fahrräder verleiht. Diese können Kunden über die Uber-App buchen. Außerdem erforscht eine neue Uber-Geschäftseinheit multimodale Verkehrskonzepte, in denen Reisende in kurzer Zeit mehrere unterschiedliche Verkehrsmittel nutzen.

Uber wolle das „Amazon des Transports“ werden, sagte Khosrowshahi auf der Konferenz. „Und hoffentlich wird in zehn Jahren niemandem hier im Publikum mehr ein Auto gehören.“  Er sei sehr zuversichtlich, was elektrische Individualfahrzeuge jenseits des Autos angehe, fügte er hinzu.

Üppige Finanzierungsrunden

Auch Ubers größter Konkurrent Lyft interessiert sich zunehmend für zweirädrige elektrische Fahrzeuge. Mini-E-Roller-Verleiher in den USA erlebten zuletzt üppige Finanzierungsrunden. So fuhr der Lime-Konkurrent Bird aus San Francisco Ende Juni 300 Millionen Dollar ein. Größter Geldgeber dieser Runde war der Finanzinvestor Sequoia Capital.

 

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Christian Schaudwet
Keywords:
Elektromobilität | Uber | Elektroroller | E-Bikes
Ressorts:
Markets

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