Windenergie
21.11.2017

Umfrage: Hälfte der Bevölkerung ist für Offshore-Ausbau

Foto: Creative Commons/NHD-Info
Offshore-Windpark und Konverterstationen in der Nordsee.

52 Prozent der Bevölkerung sehen den Ausbau der Windenergie auf See positiv. Die Branche argumentiert mit dieser Zahl für einen beschleunigten Zubau. Vom Jamaika-Aus lässt sie sich nicht beirren.

Draußen auf dem Meer sind Windparks für die meisten Menschen außer Sichtweite. Dennoch lehnen 16 Prozent der Bevölkerung den Ausbau der Offshore-Windenergie ab. Andererseits: Etwas mehr als die Hälfte (52 Prozent) stimmen „voll und ganz zu“ oder „eher zu“. 33 Prozent haben keine klare Meinung – zu diesen Ergebnissen kommt die Arbeitsgemeinschaft Offshore Windenergie (AGOW) nach einer Umfrage des Meinungsforschungsdienstleisters Yougov in ihrem Auftrag.

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Vergleichbare Daten aus früheren Jahren liegen der Lobbyorganisation nicht vor. Dennoch hat AGOW-Geschäftsführer Uwe Knickrehm den Eindruck, dass die Skepsis gegenüber Windparks auf See abnimmt. Das liege vor allem am Ausbleiben schlechter Nachrichten. „Anders als vor zwei Jahren gibt es beim Anschluss aktueller Offshore-Projekte keine Verzögerungen mehr. Es gibt Lerneffekte und mehr Erfahrung bei den Windpark- und den Übertragungsnetzbetreibern“, sagt Knickrehm.

 

Kosten offenbar sekundär

 

Als Pro-Argumente betrachten die mehr als 2000 von Yougov online befragten Personen zu 55 Prozent, dass Wind auf See verlässlicher wehe als an Land. 44 Prozent nennen die höhere Klimaverträglichkeit, 26 Prozent sinkende Kosten der Offshore-Windstromerzeugung. Unter den Gegenargumenten: Risiken für Zugvögel und Wale (42 Prozent), fehlende Netzanbindungen (32 Prozent) und weite Entfernungen zu den Stromverbrauchern im Süden (24 Prozent).

 

Mit den Umfrageergebnissen will der Lobbyverband seine Forderung nach einer Anhebung des sogenannten Deckels für Offshore-Windenergie auf 20 Gigawatt bis zum Jahr 2030 untermauern. Die Bundesregierung hatte den Zubau vor drei Jahren auf 15 Gigawatt begrenzt, um die Kosten der Energiewende zu drosseln. Inzwischen lassen sich Windparks vor den Küsten wirtschaftlicher betreiben. Unter anderem deshalb dringt die Branche auf höhere Ausbauziele.

 

Warten auf neue Regierung

 

Darin lässt sie sich auch nicht vom Abbruch der Jamaika-Sondierungen zwischen CDU/CSU, Grünen und FDP beirren. „Auch bei einer verzögerten Regierungsbildung bleiben unsere Forderungen aktuell und realisierbar“, sagt Knickrehm. Er sieht nach eigenen Worten bei den Parteien inzwischen mehr Offenheit für eine Anhebung des Zubau-Deckels.

 

Lesen Sie auch: Schottland misst das Meer für schwimmende Windparks aus

 

Christian Schaudwet
Keywords:
Offshore | Windenergie
Ressorts:
Governance | Markets

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