Gasturbine
06.07.2015

Umgerechnet 540.000 Pferdestärken

fotos: GE

General Electric fertigt im französischen Belfort derzeit die effizienteste Gasturbine.

Vic Abate breitet die Arme aus: „In einem Bereich dieser Abmessung“, so der CEO Power Generation des US-Technolgieriesen GE, „liegt die gesamte Kraft der Maschine an“. Immerhin: In diesem Fall geht es um 540.000 PS. Das ist die Leistung der derzeit effizientesten Gasturbine der Welt, die im französischen Belfort von GE gefertigt wird und die sowohl vom Bauprinzip als auch vom Aussehen einem überdimensionalen Jet-Triebwerk ähnelt (Foto). Die Kräne gehören zu den größten Europas und hieven die Bauteile durch fast klinisch saubere Hallen. Noch dreht sich das erste Exemplar in Belfort mit bis zu 3.000 Umdrehungen pro Minute nur auf dem Teststand, wird aber bald an den französischen Energieriesen EDF ausgeliefert – weshalb auch der französische Wirtschaftsminister Emmanuel Macron zur Premiere Ende Mai mit seinem Tross durch die Hallen eilte. Die zweite 9HA geht ins russische Kasan. GE bricht mit der 9HA gleich mehrere Rekorde. Mit bis zu 470 Megawatt Leistung als reine Gasturbine und 701 Megawatt als Gas- und Dampfkraftwerk (GuD) ist sie nicht nur die größte derartige Anlage. Sondern auch die effizienteste. Der Wirkungsgrad liegt bei derzeit 61 Prozent, kann laut Abate aber noch bis auf etwa 65 Prozent gesteigert werden. „Das ist ein ganz neues Kapitel!“, schwärmt er im Gespräch mit BIZZ energy today. Damit hat GE seinen ewigen Konkurrenten Siemens vorerst abgeschüttelt, der in der H-Klasse nur 570 Megawatt (GuD) und einen etwas niedrigeren Wirkungsgrad vorweisen kann. Allerdings: Bis auf wenige Ausnahmen – eine 9HA soll den Chempark in Leverkusen mit Strom und Dampf versorgen – liegt die Nachfrage in Europa am Boden. „Es wird noch lange dauern, bis Europa wieder Interesse an Gaskraftwerken entwickelt“, sagt Abate. Aber global brummen die Märkte: Entweder werden ineffiziente Kohlekraftwerke und alte Atommeiler stillgelegt, etwa in den USA. Oder aufstrebende Schwellenländer müssen ihren wachsenden Strombedarf decken. „Die 9HA ist eine saubere, flexible und vor allem günstige Option“, sagt Abate, der davon bis 2030 rund 500 Stück verkaufen will. Er verweist auf die Investitionskosten im Verhältnis zur Leistung, die weit niedriger ausfallen als bei den kapitalintensiven Erneuerbaren.

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Jakob Schlandt
Keywords:
GE | Gasturbine | Belfort | Vic Abate
Ressorts:
Technology | Markets

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