Umweltschützer bewerten die in Bonn geführten Gespräche als „konstruktiv“. Die Regierungen haben „den ersten Schritt zum Regelwerk des Pariser Klimaschutzabkommens getan“, sagt Beobachter Jan Kowalzig von der Nichtregierungsorganisation Oxfam. Allerdings seien kontroverse Themen von vorneherein ausgespart worden, schränkt er ein.

Auch Sönke Kreft von der NGO Germanwatch zeigt sich zufrieden: „Die alten Lagerkämpfe sind nicht wieder aufgebrochen“, sagt er gegenüber bizz energy.

 

Wiedersehen in Marokko

Sechs Monate nach der Verabschiedung des als historisch gefeierten Pariser Klimaabkommens haben die Diplomaten seit Pfingstsonntag über die technischen Details zur Erreichung der Klimaschutzziele verhandelt. Das erste Treffen nach der Pariser Konferenz galt als Test, ob die Aufbruchsstimmung aus den internationalen Verhandlungen im Dezember vergangenen Jahres tatsächlich anhält.

Im November dieses Jahres findet die nächste Klimakonferenz in der marokkanischen Hauptstadt Marrakesch statt.

Bevor das Paris-Abkommen in Kraft treten kann, müssen mindestens 55 Staaten mit einem Anteil von zusammen 55 Prozent der weltweiten Emissionen die darin gefassten Beschlüsse in nationales Recht umsetzen. Aktuell haben laut Ratification Tracker des Berliner Klimainstituts Climate Analytics erst 17 Länder mit einem Ausstoß von insgesamt 0,05 Prozent der weltweiten Emissionen das Abkommen ratifiziert.

 

G7-Staaten ab heute am Zug

Klimaschutz und Energiewende sind auch wichtige Punkte auf der Agenda des G7-Gipfels in Japan. Heute und morgen treffen sich auf der Halbinsel Ise-Shima die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden Industrienationen Japan, Deutschland, den USA, Großbritannien, Frankreich, Kanada und Italien.

Beim G7-Gipfel 2015 im bayerischen Elmau hatten sich die Teilnehmer für ein Ende des fossilen Zeitalters ausgesprochen. In Japan wollen sie sich dafür stark machen, dass die Beschlüsse der Pariser Klimakonferenz vom Dezember umgesetzt werden. 

Jubelten im Dezember 2015 über das Pariser Klimaabkommen: Christiana Figueres, Leiterin des UN-Klimasekretariats, UN-Generalsekretär Ban Ki-moon, der damalige französische Außenminister Laurent Fabius und Frankreichs Präsident Francois Hollande. (Foto: flickr/COP21)