Unternehmen
26.04.2016

Uniper will Tafelblech verkaufen

Foto: Uniper
Unipers Vorstandsvorsitzender Klaus Schäfer übt sich in Zweckoptimismus.

Auf seine neue Tochter Uniper hat Eon Nettoschulden von 4,7 Milliarden Euro abgewälzt. Die Neugründung will bis 2018 mindestens zwei Milliarden Euro durch Verkäufe von Unternehmensteilen einnehmen. Doch wie?

Das Uniper-Management hatte am Dienstag alle Mühe, die Lage des Unternehmens beim Investorenschaulaufen in London als erfolgversprechend darzustellen. Neben den hohen Schulden hat die Anfang des Jahres gegründete Firma von der Mutter Eon die notleidenden fossilen Kraftwerke übernommen – zusätzlich zum Erdgasgeschäft inklusive Pipelines, Speichern und dem globalen Energiehandel. Pro forma hat Uniper errechnet, welchen Ertrag diese Unternehmensteile im vergangenen Jahr erwirtschaftet hätten: Die Buchhalter kamen auf einen Verlust nach Steuern von knapp 3,8 Milliarden Euro. Zum großen Teil waren dafür die niedrigen Strompreise an der Börse verantwortlich.

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Zumindest bei der Reduzierung der Schulden verspricht sich Uniper Besserung durch den Verkauf von Unternehmensteilen. Fraglich ist bloß, welche Anlagen das sein sollen. Steinkohle- oder Gaskraftwerke wohl kaum. Demnächst muss Konkurrent Vattenfall dem tschechischen Versorger EPH sogar 1,7 Milliarden Euro hinterherwerfen, um seine eigentlich günstig produzierenden Braunkohlemeiler überhaupt loszuwerden (hier lesen).

 

LNG als Wachstumschance

Verlässliche Einnahmen erziele Uniper noch mit seinen Kraftwerken in Russland, berichtete der Vorstandsvorsitzende Klaus Schäfer am Dienstag im Telefonat mit Analysten. Chancen rechnet sich Uniper mit dem Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) aus. Vor London verfügt das Unternehmen über ein Regasifizierungsterminal, um das per Schiff importierte Gas ins europäische Netz einzuspeisen.

Für das Kraftwerksgeschäft rechnet Unipers Finanzvorstand Christopher Delbrück mit der Einführung eines Kapazitätsmarktes in Deutschland – wie auch der Konkurrent RWE (hier lesen). Andernfalls würden die Kosten für Netzeingriffe immer weiter steigen, um Stromausfälle abzuwenden. Nach 2018 rechnet der Manager allerdings mit wieder steigenden Strompreisen. Bis dahin würden alte Kohlekraftwerke stillgelegt, sodass häufiger Gaskraftwerke mit ihren höheren Erzeugungskosten die Preise bestimmten. 

Manuel Berkel
Keywords:
Uniper | Eon | Kohlekraftwerke | Kapazitätsmarkt | Strompreis
Ressorts:

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