Studie
17.10.2012

United States of Hurricane

Nordamerika treffen zunehmende Wetterextreme am stärksten, sagt eine neue Studie der Munich Re. Der Klimawandel stellt die Versicherungen vor neue Herausforderungen.

In ihrer neuen Studie „Severe Weather in North America“ berechnet die Rückversicherung Munich Re für den Kontinent einen Gesamtschaden von rund 808 Milliarden Euro im Zeitraum von 1980 bis 2011. In Nordamerika nehmen dabei die Wetterkatastrophen stärker zu als in anderen Erdteilen. So hat sich die Zahl von Ereignissen wie Winterstürme, Dürren und Überschwemmungen in den vergangenen 30 Jahren dort verfünffacht, in Asien immerhin vervierfacht und in Europa verdoppelt. 

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Die Versicherer müssen sich den neuen Bedingungen anpassen. Jedoch: „Steigende Risiken aufgrund des Klimawandels schlagen sich nicht automatisch in den Prämien nieder“, erklärt Peter Röder, im Munich Re-Vorstand verantwortlich für den US-Markt. „Versicherungen müssen dieses Änderungsrisiko möglichst genau verstehen und Lösungen zur Anpassung an den Klimawandel finden.“ So führten die Versicherer beispielsweise nach dem Hurrikan Andrew im Jahr 1992 neue Risikomodelle ein und forderten eine bessere Vorbeugung. Würde dasselbe Wetterereignis am selben Ort erneut eintreten, würden die Schäden heute wahrscheinlich geringer ausfallen. 

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Für ihren Bericht hat die Munich Re Eintrittshäufigkeiten der verschiedenen Gefahren analysiert. „Dieses Ergebnis kann als erster Fußabdruck gewertet werden, den der Klimawandel in unseren Schadensdaten hinterlassen hat“, sagt Professor Peter Höppe, Georisiko-Forscher bei der Munich Re. Eine derart starke Beweiskette für den menschgemachten Klimawandel habe es bislang noch nicht gegeben. Höppes Team führt als wesentliche Ursache sozioökonomische Faktoren wie Bevölkerungswachstum, Zersiedelung und zunehmenden Wohlstand an. 

 
Daniel Seeger
Keywords:
Klimawandel | Munich Re | USA | Versicherer
Ressorts:
Markets

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