BND-Studie
18.01.2013

US-Ölvorkommen verschieben globale Machtverhältnisse

Depositphotos/ © Vacclav #4968321

Riesige Öl- und Gasvorkommen und neue Förderungstechnologien werden die Abhängigkeit der USA vom Nahen Osten beenden. Laut einer vertraulichen Studie des Bundesnachrichtendienstes, hat das Folgen für die gesamte Welt.

Derzeit sind die USA die größten Energie-Importeure der Welt. Bis 2020 wird sich das ändern, schreiben die Autoren einer vertraulichen BND-Studie laut der Nachrichtenagentur Reuters. 

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Bis zu diesem Zeitpunkt soll das Land aufgrund seines gewaltigen Reichtums an Schiefergas und Öl, und durch den Einsatz von Fracking, zum größten Exporteur von Energie werden. 

Die Internationale Energieagentur (IEA) geht davon aus, dass die USA bis zum Jahr 2020 Russland und Saudi Arabien als größte Ölproduzenten einholen könnte. Die Unabhängigkeit Amerikas von den Energielieferungen aus den Golfstaaten würde sich nicht nur auf den globalen Energiemarkt auswirken, sondern hätte Umwälzung des weltweiten Machtgefüges zur Folge, so das Ergebnis der BND-Studie. 

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Wenn die Vereinigten Staaten nicht mehr auf Öl und Gas aus dem Nahen und Mittleren Osten angewiesen sind, würde auch ihr politischer und militärischer Einsatz in dieser Region sinken. So würde etwa die Sicherung dieser Handelswege durch die Amerikaner nicht mehr gewährleistet. Eine Tatsache, die insbesondere China treffen würde, das bisher von den US-Milliardeninvestitionen in die Sicherheit der Transportwege profitiert hat. Denn die Abhängigkeit der Volksrepublik, mit ihrem wachsenden Energie- und Rohstoffbedarf, nimmt weiter zu.

Ein weiterer Verlierer dieser Entwicklung wäre Russland, bisher Europas Haupt-Energielieferant. Wenn die USA ihren Bedarf selbstständig decken, können die europäischen Länder ihre Energie zunehmend aus Regionen beziehen, die bislang Amerika versorgt haben, etwas Flüssiggas aus Katar.

Ferner wird sich die Energie-Autarkie positiv auf die Wirtschaft des Landes auswirken, resümieren die Autoren der BND-Studie: Es werden neue Arbeitsplätze entstehen und der Strom wird günstiger, was die USA wiederum als Standort für energieintensive ausländische Unternehmen attraktiv macht. 

(Lesen Sie zu diesem Thema die Kolumne von Friedbert Pflüger für BIZZ energy today). 

 
Tina Gilic
Keywords:
USA | China | Russland | Schiefergas | BND-Studie | Öl | Energie | Fracking
Ressorts:
Markets | Community

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