Das US-Arbeitsministerium folgt der Argumentation des insolventen Solarherstellers Solarworld Americas, wonach billige Solar-Importe zur Entlassung von mehr als 300 Mitarbeitern geführt haben. 


Dementsprechend haben die im Sommer entlassenen Solarworld-Mitarbeiter Anspruch auf staatliche Unterstützung bei der Arbeitssuche und für Umschulungen, zudem erhalten sie Steuergutschriften für Krankenkassenprämien. Die Hilfe erfolgt im Rahmen des sogenannten „Trade Adjustment Assistance“-Programmes (TAA). Es richtet sich generell an US-Beschäftigte, die ihren Arbeitsplatz infolge des Außenhandels verloren haben. Jürgen Stein, Chef von Solarworld Americas, sagte zu der Entscheidung: „Wir sind dankbar für die staatliche Hilfe, die unseren früheren Mitarbeitern gewährt wird. Auch hat damit eine weitere US-Behörde den Zusammenhang von Importen und Entlassungen bestätigt.“

Petition für Strafzölle auf Billig-Importe

Solarworld Americas hatte im September Unterstützung nach Section 201 des US-Handelsgesetzes beantragt und sich damit dem Antrag des in Konkurs gegangenen US-Solarpanelherstellers Suniva angeschlossen. Solarworld Americas ist der US-Arm der deutschen Solarworld, die nach ihrer Pleite von Unternehmenschef Frank Asbeck als Solarworld Industries neu gegründet wurde. Dazu kaufte Asbeck Teile der Insolvenzmasse mit Geld aus Katar auf. Die US-Niederlassung operiert jedoch unabhängig von der Insolvenz der deutschen Mutter weiter und kündigte sogar an, bis Mai nächsten Jahres wieder 200 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen.

Der Grund: Die US-Außenhandelskommission (International Trade Commission) hatte im September festgestellt, dass die Importe von Solarpanels zu Dumping-Preisen die heimischen Hersteller schwer geschädigt haben. Eine entsprechende Petition von Solarworld und Suniva hatte deswegen einen Antrag auf Strafzölle auf ausländische Importe gestellt. Die Entscheidung darüber wird letztlich bei US-Präsident Donald Trump liegen, der allerdings für seine protektionistische Handelspolitik bekannt ist. 

Solarbranche schlägt Alarm

Die Kommission nahm bei ihrem Urteil die Jahre 2012 bis 2016 unter die Lupe. In diesen Zeitraum sind die chinesischen Importe in den USA um 700 Prozent gestiegen, während knapp 30 US-Photovoltaik-Unternehmen ihre Produktion einstellten.

Viele US-Solarunternehmen fürchten nun jedoch, dass Strafzölle der Branche mehr schaden als nützen würden: Der Solarverband SEIA sieht 88.000 von insgesamt rund 260.000 Arbeitsplätzen in der Branche in Gefahr.

Solarworld-Niederlassung in Hillsboro, Oregon (Foto: Solarworld)