elektrisches Fliegen
28.09.2016

US-Fahrdienst Uber will die Luft erobern

Foto: pexels
Uber-Nutzer sollen in Zukunft auch fliegende Taxis per App bestellen können.

Der Taxi-Konkurrent will in die Luft gehen. Das kündigte Uber-Manager Jeff Holden auf einer Technik- und Entwicklungskonferenz an. Auch deutsche Forscher setzen große Hoffnungen auf elektrische Kleinflugzeuge.

 

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Der US-Fahrdienst Uber will neue Märkte erobern. Dabei setzt der Konzern auf senkrecht startende Flugzeuge, in der Fachsprache VTOL genannt (vertical take-off and landing). Die Technik könnte innerhalb der nächsten zehn Jahre serienreif sein, sagte Uber-Manager Jeff Holden laut Medienberichten diese Woche auf einer Tech-Konferenz im US-Bundesstaat Massachusetts. Die Kleinflugzeuge sollen Reisende im Rekordtempo von A nach B durch die Stadt transportieren.

Uber wolle Reisenden damit einen „dreidimensionalen“ Reiseweg ermöglichen, der die Städte und unsere Art zu leben und zu arbeiten fundamental verändern könne, so Holden. Zwar äußerte er sich noch nicht zu der Antriebsart der Flieger. Es ist aber zu erwarten, dass es sich dabei um einen Elektromotor handelt, auf den die Bauer von Kleinflugzeugen derzeit vermehrt setzen.

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Pioniere aus München

So wie das Münchner Start-up Lilium Aviation. Das Team will Anfang 2018 das erste Modell eines vollelektrischen senkrecht startenden Flugzeugs der Öffentlichkeit präsentieren. Testflüge führt das durch den Risiko-Investor Frank Thelen aus der Fernsehshow "Die Höhle des Löwen" bekannt gewordene Start-up bereits seit einem Jahr durch. Die Gründer wollen nicht weniger, als das Flugzeug für jedermann zu bauen. Der Elektro-Jet soll von überall aus starten können, egal ob auf dem Hochhausdach in der Stadt oder auf dem Land im Garten. Bis zu 400 Kilometern pro Stunde soll der Zweisitzer fliegen können, eine Batterieladung reicht nach Angaben der Entwickler für eine Strecke von rund 500 Kilometern. Dann muss der kleine Jet wieder mit Strom geladen werden.

Auch Tesla-Gründer Elon Musks nächstes Projekt könnte ein elektrisches Flugzeug sein. Zumindest denkt der Starinvestor laut darüber nach. Vor einigen Monaten sagte er auf einer Veranstaltung: „Ich denke öfters über ein elektrisches Flugzeug nach, das vertikal startet und landet. Ich glaube, dass ich der Sache langsam nahe komme und habe ziemlich große Lust, damit was anzufangen."

 

Weltpremiere in Stuttgart

Ob derartige Experimente tatschlich Marktreife erlangen, steht allerdings noch in den Sternen.

Morgen könnte die emissionsfreie Luftfahrt allerdings einen wichtigen Meilenstein nehmen. Läuft alles nach Plan, startet um elf Uhr am Stuttgarter Flughafen der erste mit Brennstoffzelle betriebene Viersitzer zu seinem Jungfernflug. Der startet zwar nicht senkrecht, fliegt aber emissionsfrei und benötigt eine wesentlich kürzere Start- und Landebahn als herkömmliche Verkehrsflugzeuge. Chefentwickler Josef Kallo vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt glaubt fest an die Zukunft der emissionsarmen Kleinflieger. Für das auf den Namen H4Y getaufte Flugzeug  sieht er ein riesen Potenzial. Auch er will H4Y wie der Uber als Luft-Taxi einsetzen. „Reisende buchen dann per App auf dem Smartphone die Strecke von Berlin nach Stuttgart, steigen für die ersten Kilometer bis zum Flughafen in ein Auto, wechseln dann in ein kleines Flugzeug und fahren nach der Landung in Stuttgart das letzte Stück mit der S-Bahn.“ 

Jana Kugoth
Keywords:
elektrisches Fliegen | Lufttaxis | VTOL | Uber | Tesla | Lilium Aviation
Ressorts:
Technology

Kommentare

Man darf gespannt sein, wie Uber & co. mit den Themen Absturzrisiken, Luftraumverengung, Verschattung und aerodynamischer Fluglärm umgegangen wird. Letztlich wird das Problem des weltweit weiter zunehmenden Individualverkehrs auch nur verschoben...

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