Windenergie
23.01.2014

US-Gericht lässt Offshore-Gegner abblitzen

In den USA nimmt das erste Offshore-Windprojekt Gestalt an. Jetzt entschied das Bundesberufungsgericht gegen die Gegner des Projekts Cape Wind wie den Kohle-Magnaten Bill Koch. Für Siemens wird damit ein Milliardengeschäft immer wahrscheinlicher.

Nach einem Urteil des Bundesberufungsgericht ist in den USA die Genehmigung des ersten Offshore-Windprojekts Cape Wind durch die dortige Bundesluftfahrtbehörde (FAA) weiterhin rechtsgültig. Wie die Projektentwickler nun mitteilte, wies das Gericht alle Anträge der Anlagengegner zurück. 

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„Die Alliance to Protect Nantucket Sound, die Stadt Barnstable und ihre finanziellen Unterstützer – Kohle-Milliardär Bill Koch – sind erneut mit ihrer anhaltenden Kampagne gescheitert, über die Gerichte die Finanzierung von Cape Wind hinauszuzögern“, sagt ein Sprecher des Projektierers. Die Entscheidung des Gerichts bringe Amerika deutlich näher an die Gründung einer Offshore-Windindustrie. Die Projektgegner hätten zuvor bereits zwölf Verfahren vor anderen Gerichten verloren. 

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Siemens liefert Turbinen

Damit wird auch für den deutschen Industrieriesen und Offshore-Spezialisten Siemens ein Milliardengeschäft wahrscheinlicher. Noch kurz vor Weihnachten hatten die Münchner mit Cape Wind eine Vereinbarung für Lieferung, Aufbau und Service von Windturbinen sowie dem Bau der Service-Plattform geschlossen. „Der Vertrag wird wirksam, sobald die Finanzierung der Anlage steht“, sagt eine Sprecherin des deutschen Konzerns. Dies soll spätestens Ende diesen Jahres geschehen. Laut Cape Wind sind bereits 77,5 Prozent des künftigen Ökostroms über Langzeitverträge an die US-Versorger National Grid und NSTAR verkauft. 

Insgesamt ist der Park mit einer Leistung von insgesamt 468 Megawatt geplant und wird voraussichtlich 2,6 Milliarden US-Dollar kosten. Das Windkraftwerk entsteht an der Nordostküste von Massachusetts, 20 Kilometer vor der Insel Nantucket. Installation und Inbetriebnahme sind für 2016 vorgesehen. Der Bostoner Projektierer Cape Wind hat nun bereits erste Baumaßnahmen begonnen, um sich so staatliche Subventionen von 30 Prozent der Investitionen in erneuerbare Energien zu sichern. Dieser Production Tax Credit lief Ende 2013 in den USA aus. 

Nachdem Deutschland zuletzt seine Ziele bei der Offshore-Windenergie von 10 auf 6,5 Gigawatt Kapazität heruntergefahren hat, könnte sich für Offshore-Turbinenbauer wie Siemens, Vestas oder Alstom in den USA neue Möglichkeiten ergeben. Eine vom US-Energieministeriums beauftragte Studie prognostiziert für die nächsten fünf Jahre einen Anstieg der Offshore-Leistung auf 3,5 Gigawatt.

Daniel Seeger
Keywords:
Cape Wind | Siemens | Offshore-Windenergie | USA
Ressorts:
Markets

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