Solarkrise
19.07.2013

US-Investor für Conergy

Conergy
Conergy-Hauptsitz in Hamburg

Gute Nachrichten aus Hamburg: Der US-Finanzinvestor Kawa will die globalen Vertriebseinheiten des insolventen Solarunternehmens Conergy übernehmen. Für die Produktionsstandorte geht die Investorensuche weiter.

Eine entsprechende Absichtserklärung über den Verkauf der Vertriebseinheiten haben der US-Investor Kawa Capital, Conergy und der Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz unterzeichnet. Der mögliche Handel umfasst auch die Verwaltung, das Management und die für den Betrieb erforderlichen Einheiten in Hamburg und Zweibrücken sowie die Marke „Conergy“. In der zweiten Augusthälfte wollen die Verhandlungspartner den Deal abschließen. 

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„Wir haben damit einen Käufer für das Herzstück unseres Unternehmens gefunden“, erklärte eine Sprecherin gegenüber BIZZ energy today. Seit längerem verlegt sich Conergy verstärkt auf das internationale Servicegeschäft. Den Produktionsanteil fuhr das Unternehmen gleichzeitig nach und nach zurück, was auch der Verkauf der Wechselrichter-Sparte an den Technikriesen Bosch im vergangenen Jahr zeigt.

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Kawa ist Wunschpartner

Der jetzt gefundene US-Investor Kawa ist ein Wunschpartner. „Wir haben bereits seit Monaten intensive Verhandlungen zum Einstieg bei Conergy geführt und waren uns über die Zukunftsstrategie für Conergy schon lange einig“, sagte Conergy-CEO Philip Comberg.

Kawa will neben den beiden deutschen Gesellschaften Conergy Deutschland und Conergy Services auch internationale Tochtergesellschaften kaufen – alles Einheiten, bei denen kein Insolvenzantrag vorliegt. „Wir sehen großes Potenzial, länderübergreifend Solarkraftwerke zu finanzieren und zu realisieren und so stabile Kapitalrückflüsse für unsere Fonds zu erwirtschaften“, sagte Daniel Ades, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter bei Kawa. 

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Insolvenzverwalter Sven-Holger Undritz von der Sozietät White and Case gibt sich derweil erleichtert: „Wir wussten, dass wir sehr schnell sein müssen, wenn wir eine Lösung erzielen wollen, die eine Vielzahl von Arbeitsplätzen erhält“, sagte Undritz. Nur zwei Wochen nach der Insolvenzantragsstellung scheint die Lösung für diesen Unternehmensteil gefunden worden zu sein. 

Für die Produktionstöchter Mounting Systems in Rangsdorf und Conergy Solarmodule in Frankfurt (Oder) sucht der Insolvenzverwalter jedoch noch Investoren. Immerhin wird das Werk in Frankfurt mit seinen 320 Mitarbeitern kommenden Montag die Produktion wieder aufnehmen, teilte das Unternehmen mit. Löhne und Gehälter seien über das Insolvenzgeld gesichert.   

Krise in der einstigen Vorzeigeindustrie

Vor zwei Wochen hatte der Hamburger Solarkonzern Conergy, dem Negativtrend in der Krise folgend, Insolvenz angemeldet. Noch vor einigen Jahren dominierten Unternehmen wie Q-Cells, Solarworld oder Conergy den Weltmarkt der Solarindustrie. Mit der Kürzung der hiesigen Einspeisevergütung und der zunehmenden Konkurrenz aus China und den USA schlitterte die hiesige Solarindustrie zunehmend in die Krise. „Das Geschäftsmodell, ausschließlich Module auf Basis staatlicher Subventionen herzustellen, ist am Ende“, sagte der Geschäftsführer des Dresdner Solarunternehmens Solarwatt, Detlef Neuhaus, kürzlich zu BIZZ energy today.

 

Daniel Seeger
Keywords:
Conergy | Philip Comberg | Solarkrise | Kawa | Investoren | Banken und Finanzinvestoren | Photovoltaik
Ressorts:
Finance | Markets

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