Versorger
29.11.2012

Vattenfall will grüner werden

Der Energiekonzern Vattenfall will stärker auf erneuerbare Energie setzen. Bis 2020 soll der Kohlendioxidausstoß des Unternehmens um rund ein Drittel sinken.

Der Schwenk zu grünen Energien ist Teil der neuen Nachhaltigkeitsstrategie des Konzerns. „Um unsere Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, werden wir die Zuwachsrate bei den erneuerbaren Energien steigern“, sagte Vattenfall-Vorstandschef Øystein Løseth auf der Hauptversammlung. Neue Erzeugungskapazitäten will der Versoger in den kommenden Jahren ausschließlich mit regenerativen Quellen aufbauen. So investiert Vattenfall rund eine Milliarde Euro in den Offshore-Windpark Dan Tyk nördlich von Sylt. Der Park wird gemeinsam mit den Stadtwerken München betrieben. Die Bauarbeiten könnten noch in diesem Jahr beginnen, sagte Vattenfallsprecher Stefan Müller gegenüber BIZZ energy today. Ein Investitionsvolumen von vier Milliarden Euro hat das Offshore-Projekt Sandbank 24, ebenfalls nördlich von Sylt gelegen.

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Neue fossile Kraftwerke will das Unternehmen bis 2020 nicht mehr bauen. Es werde aber weiterhin Erhaltungs- oder Ersatzinvestitionen geben, betonte Løseth. Bestehende Projekte. wie etwa das Kohlekraftwerk Hamburg-Moorburg, werden fertig gebaut. 

Auch bei der Energieeffizienz will der Konzern besser werden. Hier wartet der Konzern aber nach eigenen Angaben auf Vorgaben der EU-Kommission. Erst dann will sich das schwedische Unternehmen eigene Effizienzziele setzen.

Vattenfall setzt weiter auf CCS

Insgesamt will Vattenfall den Kohlendioxid-Ausstoß bis 2020 von 94 auf 65 Millionen Tonnen pro Jahr senken. Vor allem in Deutschland dürfte das eine Herausforderung sein, denn hier ist der Konzern stark von der Braunkohle abhängig. Von den Plänen, das bei der Verbrennung anfallende CO2 per Carbon Capture and Storage (CCS) im Untergrund zu speichern, hat sich das Unternehmen in Deutschland wegen fehlender rechtlicher Grundlagen und großer Proteste in der Bevölkerung vorerst verabschiedet. Derzeit gebe es für CCS in Deutschland keine gesellschaftliche Akzeptanz, sagte Tuomo Hatakka, Bereichsleiter Erzeugung bei Vattenfall. „Wenn Klimaschutz in Europa und weltweit weiter ganz oben auf der Agenda steht, dann wird man in Energie und Industrie an CCS auf Dauer nicht vorbei kommen."

 

 

Karsten Wiedemann
Keywords:
Vattenfall | erneuerbaren Energien | CCS | Øystein Løseth
Ressorts:
Markets

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