Kohle
07.04.2015

Verdi-Chef kritisiert Kohle-Sonderabgabe

Depositphotos.com

Die Pläne von Bundeswirtschaftsminister Gabriel bedrohten laut dem Chef der Dienstleistungs-Gewerkschaft Verdi bis zu 100.000 Arbeitsplätze.

 

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Die Bundesregierung will bis zum Jahr 2020 klimaschädliche CO-Emissionen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 reduzieren. Dazu beitragen soll eine von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) geplante Sonderabgabe für mehr als 20 Jahre alte Kohlekraftwerke. Die soll fällig werden, wenn ein CO-Freibetrag überschritten wird.

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Nachdem sich bereits einige Ministerpräsidenten dagegen ausgesprochen hatten - darunter Stanislaw Tillich aus Sachsen und Dietmar Woidke aus Brandenburg - meldete sich jetzt auch Verdi-Chef Frank Bsirske zu Wort. Die Abgabe bedrohe bis zu 100.000 Arbeitsplätze, sagte Bsirske laut Medienberichten. Er warnte: Die Pläne könnten zu einem „tiefgehenden Strukturbruch“ in den Braunkohle-Revieren in der Lausitz und im Ruhrgebiet führen. Auch 

Der Verdi-Chef verwies auf andere Einspar-Möglichkeiten. Laut Bsirske sei eine Einsparung von bis zu 30 Millionen Tonnen CO möglich, wenn der Kraft-Wärme-Kopplung-Anteil - wie im im Koalitionsvertrag vereinbart - auf 25 Prozent ausgeweitet werde.

Oliver Krischer, stellvertretender Vorsitzender der Grünen-Bundestagsfraktion, bezeichnete Bsirske als „neuen Schutzheiligen für alte, klimaschädliche Braunkohlekraftwerke.“ 

Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel (Die Grünen) nannte Bsirskes Aussage „abenteuerlich“. Gabriels Vorschlag sei „richtig, aber nicht radikal“, die Braunkohle müsse lediglich einen niedrigen Prozentsatz einsparen, so Wenzel.

Daniel Zugehör
Keywords:
Verdi | Sigmar Gabriel | Frank Bsirske | Kohle | Sonderabgabe | CO2-Emissionen
Ressorts:
Governance | Community

Kommentare

Daß alleine die Photovoltaikindustrie in den letzten 2 Jahren über 40.000 Jobs bei Installateuren, Herstellern etc. verloren hat und es in anderen Bereichen der erneuerbaren Energien ebenfalls mau ausgesehen hat, fällt den Gewerkschaften wohl nicht auf. Würde man die einheimische Braunkohle weniger subventionieren, sähe das anders aus und es würden sogar Arbeitsplätze in den Erneuerbaren geschaffen.

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